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DDoS-Angriff gegen Freemule.net und eMule-Websites

Modifizierter Client von angeblich gehackter Website Eselfilme verantwortlich. Wie auf Freemule.net zu lesen ist, läuft seit dem 17. Februar 2004 eine Distributed-Denial-of-Service-Attacke gegen die Server von Freemule.net, emule-project.net, eMule.de, emuleforum.net und andere eMule-Seiten. Als Quelle des Angriffes konnte eine von Eselfilme verbreitete, modifizierte Version der Filesharing-Software eMule entlarvt werden – pikanterweise ist die administrative Verwalterin von Eselfilme.de eben die Firma, die auch über die Kanzlei Gravenreuth & Syndikus versucht hatte, eMule.de abzumahnen.
/ Christian Klaß
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So ergibt eine Whois-Recherche bei der deutschen Domainvergabestelle DENIC derzeit, dass die Domain Eselfilme.de sowie die zugehörige Domain emule-client.de zwar der Firma 3PO Web-Invest Ltd. auf den britischen Virgin Islands gehören, die administrative Verwaltung jedoch der Firstway Medien GmbH obliegt. Die Firma Firstway hatte in der Vergangenheit unter anderem durch eigene eMule-Clients und zweifelhafte Dialer-Software auf sich aufmerksam gemacht.

Wer die Nachrichten der letzten Tage verfolgt hat, wird den Firmennamen wiedererkennen: Im Auftrag der Firstway Medien GmbH hat die Kanzlei Günter Frhr. von Gravenreuth & Bernhard Syndikus "eMule" als Wortmarke angemeldet, am 08. Januar 2004 beim Deutschen Patentamt eintragen lassen und eMule.de anschließend eine Abmahnung zustellen lassen. Nach dem Schulterschluss der eMule-Gemeinschaft unter der Domain Freemule.net und der darauf angekündigten Anfechtung der Wortmarke "eMule" wurde die Abmahnung allerdings zurückgezogen .

Laut Freemule.net soll nun über Eselfilme bzw. emule-client.de ein modifizierter Client verbreitet worden sein, der kurz nach dem Programm-Start damit begonnen habe, die oben genannten eMule-Server mit HTTP-Requests zu fluten und somit zu überlasten. Der bis vor kurzem anstelle seiner Mandantin Firstway Medien GmbH als "Admin C" gelistete Gravenreuth-Partner Bernhard Syndikus sei deswegen gebeten worden, die illegale Aktion seiner Mandantin unverzüglich zu unterbinden.

"Um eine Wiederholgunsgefahr zu vermeiden fordern wir außerdem eine Unterlassungserklärung von ihm. Diese sagte er uns auch zu, jedoch traf sie bisher nicht bei uns ein, obwohl die Frist dafür bereits abgelaufen ist. Daher werden wir eine Einstweilige Verfügung beim LG Hamburg beantragen" , heißt es auf Freemule.net.

Immerhin seien aber auf den beanstandeten Seiten schon "Veränderungen" zu sehen – in der Tat gibt es derzeit sowohl auf Eselfilme.de als auch auf emule-client.de den beiläufigen Hinweis: "Aus Rechtlichen Gründen mussten wir eine unserer Domains, nämlich die .DE Domain, abschalten." Der Zugriff auf die Domains Eselfilme.com und Eselfime.net ist hingegen weiter möglich – dort finden sich primär Links zu Raubkopien im eDonkey/eMule-Filesharing-Netz.

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Auf Nachfrage seitens Golem.de bei der Kanzlei Gravenreuth & Syndikus bezüglich der Freemule.net-Vorwürfe erklärte Bernhard Syndikus, dass bei seiner Mandantin eine von "Hackern" erstellte Version des Clients aufgespielt worden sei, welche dann die Attacken verursacht hätte. Selbstverständlich habe die Mandantin die entsprechenden Konsequenzen gezogen. Wie eine Suche mit Google.de ergab, fand sich auch ein entsprechender, längerer Hinweis auf den angeblich gehackten Websites, der mit folgendem Satz enfängt: "Hallo Sam, EviL, McW, XuF, ragi und Soul, Yep, ihr habts geschafft und unsere Server gehackt :-) Glückwunsch!!!"

Vor den von 3PO Web-Invest bzw. der Firstway Medien GmbH angebotenen modifizierten eMule-Clients warnt unterdessen das Freemule.net-Team: "Wir möchten alle eMule-Benutzer jedoch nocheinmal eindringlich bitten, keinesfalls diesen Clienten weiterzubenutzen oder bei dessen Verbreitung mitzuhelfen."


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