EU fördert digitale Inhalte für Kultur, Geografie und Lernen
Das neue Programm konzentriert sich stärker als das vorhergehende darauf, die Kombination von Informationen aus verschiedenen Systemen unabhängig von Format, Sprache oder Ort zu unterstützen. Hierzu soll nach den Vorgaben auch sichergestellt werden, dass der Inhalt auf verschiedenen Plattformen funktioniert und besser auf die speziellen Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten werden kann. Das Programm umfasst die drei Bereiche geographische Daten, Lernmittel und kulturelle Inhalte. Auf diese Weise sollte es möglich sein, die besonderen Probleme in Europa – nämlich die Zersplitterung des Marktes für Inhalte – zu überwinden.
"Der Markt für digitale Inhalte setzt sich aus vielen verschiedenen Teilmärkten zusammen. Der Weltmarkt wird derzeit auf 515 Milliarden Euro geschätzt. Der europäische Markt, der unser reiches kulturelles Erbe widerspiegelt, ist jedoch zersplittert, und zwar sehr viel stärker als der amerikanische" , erklärte Kommissar Erkki Liikanen, zuständig für Unternehmen und Informationsgesellschaft. "Dieses Programm soll Projekte fördern, die über die Grenzen hinausgehen und die derzeitigen Investitionshindernisse überwinden können. Die besondere Aufmerksamkeit dabei gilt den Inhalten, die unsere Sprachen und unser kulturelles Umfeld nutzen. Wir können durch entsprechende Bedingungen helfen, die Produzenten innovativer Inhalte in die Lage zu versetzen, den zunehmenden Bedarf eines größeren, informationshungrigen und multikulturellen Europas zu decken."
Ein Vorteil des Internets gegenüber anderen Medien sei es, Hindernisse wie Formate von Inhalten und Landesgrenzen zu überwinden, was bei anderen Medien so nicht der Fall sei. Die Bereitstellung entsprechend hochwertiger Inhalte und ihre Einbindung in neue Dienste sollen nach dem Kalkül der Kommission wesentlich dazu beitragen, die Nachfrage sowohl nach Breitband- als auch nach Mobilkommunikation anzukurbeln. Allerdings stehen in Europa noch immer potenzielle Anbieter und Nutzer von Inhalten vor gewaltigen Hindernissen. Dazu gehören unterschiedliche gesetzliche Vorschriften und verschiedene technische, kulturelle und administrative Gepflogenheiten in den EU-Mitgliedsstaaten sowie eine Vielzahl von Sprachen.
Eine neue EU-Richtlinie (2003/98/EG vom 17.11.2003) habe die Rechtsunsicherheit bezüglich der Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors in neuen, digitalen Informationsprodukten und -diensten nach Kommissionsangaben zum Teil beseitigt. Doch die Zersplitterung sei nach wie vor ein Problem. Die Ursache liegt darin, dass die Mitgliedsstaaten Daten auf unterschiedliche Weise erfassen und speichern. Dies gelte insbesondere für geografische Daten, die sich in 80 Prozent der Informationen des öffentlichen Sektors finden (z.B. geografische Koordinaten, Postleitzahlen, Karten sowie Planungsdaten und Angaben aus dem Grundbuch). Dies wiederum erschwere die Schaffung gemeinschaftsweiter Informationsdienste, die auf solchen Daten basieren und behindert die Weiterentwicklung von Diensten z.B. im Verkehr, in der Schifffahrt und Landwirtschaft, im Katastrophenschutz und im Umweltmanagement. Auch die Entwicklung mobiler Datendienste in diesen Bereichen kann dadurch beeinträchtigt werden.
Das neue Programm soll dazu beitragen, einige dieser Herausforderungen zu bewältigen. Es soll vor allem die Möglichkeit schaffen, Informationen aus verschiedenen Systemen unabhängig von Format, Sprache oder Ort zu kombinieren und dem Bedarf der Nutzer anzupassen.
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