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Studie: Auch Internet-Nutzer haben Freunde

Immer noch mehr männliche als weibliche Internet-Nutzer. In Rahmen einer kürzlich veröffentlichten Studie des universitären UCLA Center for Commications Policy wurden weltweit die Nutzungsgewohnheiten von Internet-Nutzern untersucht. Der "UCLA World Internet Report" vergleicht soziale, politische und wirtschaftliche Effekte der Nutzung sowie der Nichtnutzung des Internets – eines der Ergebnisse ist, dass die befragten Internet-Nutzer in den untersuchten Ländern mindestens gleich viel, wenn nicht gar mehr Zeit mit Freunden verbringen.
/ Christian Klaß
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Der Studie zufolge nutzen immer noch mehr Männer als Frauen das Internet. Im Mittel seien es zwar nur 8 Prozent mehr Internet-nutzende Männer als Frauen, doch ausgerechnet in einigen technisch weiter entwickelten Ländern gebe es noch drastische Unterschiede. So etwa in Italien, wo nur 21,5 Prozent der weiblichen Bevölkerung online sein soll, während der Anteil der Internet-nutzenden Männer bei 41,7 Prozent liege. In Deutschland (Männer: 50,4 Prozent, Frauen 41,7 Prozent), Großbritannien (63,6 Prozent/55 Prozent), Schweden (67,7 Prozent/64,4 Prozent) und den USA (73,1 Prozent/69 Prozent) sind die Unterschiede beispielsweise geringer.

Während die Internet-Nutzung im reichsten Teil der Bevölkerung in den untersuchten Ländern am wahrscheinlichsten war – was nicht weiter verwundert -, nutzen überraschenderweise in mehr als der Hälfte der Länder mindestens 20 Prozent des ärmsten Teils der Bevölkerung das Internet. Gerechnet auf den ärmsten Teil der Bevölkerung soll die Internet-Nutzung in Schweden (49,1 Prozent), Korea (46.4 Prozent) und den USA (43.1 Prozent) am höchsten sein. Japan (32,6 Prozent) und Deutschland (27,8 Prozent) folgen mit etwas Abstand, am untersten Ende liegt Ungarn; hier nutzen laut Studie nur 1,6 Prozent des ärmsten Bevölkerungsviertels das Internet.

Der Prozentsatz der Internet-Nutzer variiert dem World Internet Report zufolge deutlich von Land zu Land. Während in den USA 71,1 Prozent der Bevölkerung das Internet nutzen soll, liegt Ungarn mit 17,5 Prozent am niedrigsten. Dazwischen liegen Schweden (66,1 Prozent), Korea (60,9 Prozent), Großbritannien (59,2 Prozent), Japan (50,4 Prozent), Deutschland (45,9 Prozent), Singapur (40,8 Prozent), Spanien (36,4 Prozent), Macao (32,9 Prozent), Italien (31.2 Prozent) und Taiwan (24,2 Prozent). Den größten Anteil an zehn oder mehr Online-Stunden pro Woche haben dabei die Koreaner (55,7 Prozent), während etwa in den USA nur 41 Prozent der Internet-Nutzer zehn oder mehr Stunden online sind.

Bereits aus früheren Studien bekannt ist, dass Internet-Nutzer weniger Zeit vor dem Fernseher verbringen als Nicht-Internet-Nutzer. In Zahlen ausgedrückt soll dabei der Fernseher bis zu 5,7 Stunden (Ungarn und Chile) pro Woche weniger bemüht werden. Dieser Trend soll sich nun weltweit abzeichnen und wird sich den Forschern zufolge noch verstärken.

Dass Internet-Nutzer aber nicht nur vor dem Computer hocken bzw. ihren Freundeskreis vernachlässigen, widerlegt die Studie eindeutig. In allen untersuchten Ländern kam heraus, dass Internet-Nutzer im Vergleich zu Nicht-Internet-Nutzern genauso viel oder mehr Zeit in soziale Aktivitäten investieren. Ausgerechnet in China – wo die unverblümte Meinungsäußerung im Internet ein gefährliches Unterfangen ist – gaben die Befragten an, dass sie deutlich mehr Kontakte zu politisch und religiös Gleichgesinnten hätten als ohne Internet-Nutzung. Dabei hätten die Chinesen mit im Schnitt 7,7 Personen die meisten Online-Freundschaften – hier geht es nur um Personen, denen man persönlich noch nicht begegnet ist. In China soll das Internet damit die größte Auswirkung auf das tägliche Leben haben.

"Wir entdeckten, dass bestimmtes Online-Verhalten weltweit bemerkenswert übereinstimmt" , so Jeffrey I. Cole, Direktor des UCLA Center for Communication Policy. "Es zeigt sich deutlich, dass das Internet rund um die Welt den Fernsehkonsum senkt, wenig Einfluss auf die positiven Aspekte des sozialen Lebens hat, die meisten Internet-Nutzer den online gefundenen Informationenim Allgemeinen trauen und die Internet-Nutzung im urbanen China einen großen Einfluß auf das Leben hat."

Der UCLA World Internet Report des UCLA Center for Communication Policy beinhaltet Studien und wurde primär in 2002 und 2003 durch Universitäten und Marktforschungs-Institute in Asien, Europea, Lateinamerika und den Vereinigten Statten durchgeführt. Die bisher veröffentlichten Ergebnisse der Studie(öffnet im neuen Fenster) finden sich seit Januar 2004 online auf der Website(öffnet im neuen Fenster) des UCLA Center for Communication Policy.


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