MobileMesh-Router auf einer Diskette
Mesh-Netzwerke sollen nicht nur die Übertragungsraten und Netzabdeckung verbessern, sondern eben auch größere, organisch wachsende Netzwerke ermöglichen. Die Technik dahinter ist sowohl für die private bzw. freie als auch die kommerzielle Nutzung interessant und war auch auf dem Intel Developer Forum im Herbst 2003 ein großes Thema .
Die MobileMeshDisk nutzt die MobileMesh-Protokolle(öffnet im neuen Fenster) der US-Forschungsgesellschaft MITRE, erlaubt aber nicht nur eine Verbindung mit anderen MobileMesh-fähigen Teilnehmern, sondern beinhaltet auch einen kleinen DHCP-Server für die Einbindung herkömmlicher WLAN-Teilnehmer. Treiber für unterstützte WLAN- und Ethernet-Controller sind integriert, eine Liste findet sich nach dem Entpacken der Software in der Datei config/base.txt. Ein SSH-Server erlaubt die Fernadministration des MobileMeshDisk-Routers.
Die Linux-Distribution MobileMeshDisk kann sowohl mittels Windows als auch Linux auf eine bootfähige 3,5-Zoll-Diskette gespielt werden. Da die MobileMeshDisk auf dem modularen One-Disk-Router fli4l (in der Version 2.1.5) aufsetzt und noch rund 250 KByte auf der Diskette frei sind, bleibt Platz für eigene Erweiterungen – wie etwa Quality of Service (QoS) für eine bessere Bandbreiten-Verteilung (Traffic-Shaping) unter den Teilnehmern. Alternativ könnte die MobileMeshDisk laut Nachtigall auch für das Starten von CD, Speicherkarte oder Festplatte angepasst werden. Pakete für solche fli4l-Erweiterungen existieren bereits.
Im Vergleich zu anderen WLAN-Router-Distributionen wie z.B. "pebble" oder "Elektra's MobileMesh CD distro" soll die MobileMeshDisk-Distribution jedoch gerade den Vorteil haben, dass eine Diskette ausreicht und keine Festplatte vonnöten ist. Dafür müssen allerdings bisher Nachteile in Kauf genommen werden: Der MobileMesh-Router-Betreiber muss auf Grund des geringen Disketten-Speicherplatzes bereits vor dem Schreiben der MobileMeshDisk wissen, welche Module im Betrieb benötigt werden. USB-Hotplugging von unterschiedlicher Hardware ist damit nicht oder nur begrenzt möglich.
Nachtigall überlegt auf seiner Homepage bei der Humboldt Universität Berlin, ob etwa auf die PCMCIA/PCCard-Unterstützung verzichtet werden kann, um stattdessen eine MobileMeshDisk ausschließlich für verschiedene WLAN-USB-Adapter zu erstellen. Angestrebt wird eine einfache Installation: Software herunterladen, Installations-Programm starten, IP-Adresse und Netmask für den Router eingeben, Diskette einschieben und mit fertig konfiguriertem MobileMeshDisk beschreiben. Um dies umsetzen zu können, sucht Nachtigall noch Ideen und Hilfe – dann könnte auch ein größeres Projekt daraus entstehen.
Die MobileMeshDisk-Software und eine Anleitung finden sich unter informatik.hu-berlin.de/~nachtiga/mobilemeshdisk/(öffnet im neuen Fenster) , bisher allerdings nur in Englisch.
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