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Mobiles Gerät zum digitalen Signieren vorgestellt

Prototyp des Trusted Pocket Signers vom Fraunhofer Institut SIT. Seit Januar 2004 ist es amtlich: Das Arzneimittelrezept auf Papier wird verschwinden. So will es das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung, das mit Beginn des Jahres in Kraft getreten ist. Die neue Regelung sieht vor, dass Mediziner ab 2006 Medikamente elektronisch verordnen, als Unterschrift dient dabei die so genannte elektronische Signatur des Arztes. Dazu haben Forscher nun ein digitales Endgerät entwickelt.
/ Andreas Donath
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Damit Mediziner das neue Verfahren einfach und sicher anwenden können, haben Forscher unter der Leitung des Darmstädter Fraunhofer-Instituts für Sichere Telekooperation SIT zusammen mit der Firma KOBIL einen mobilen Taschencomputer entwickelt – den Trusted Pocket Signer (TPS).

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Der TPS lässt sich auf Grund seiner geringen Ausmaße im Arztkittel verstauen und so von einem Behandlungsraum zum nächsten mitnehmen. Überall, wo ein Computer steht, können Ärzte dann Rezepte und Arztbriefe elektronisch ausstellen und mit dem TPS unterzeichnen. Dazu wird das zu signierende Dokument an den TPS übermittelt und auf seinem Display angezeigt.

Anschließend setzt der Arzt wie gewohnt seine Unterschrift auf einem Touchscreen "unter" das Dokument. Der TPS prüft die Handschrift, erzeugt die elektronische Signatur und übermittelt diese drahtlos an den entsprechenden PC. Lästige Anmeldewiederholungen entfallen: einmal den elektronischen Arztausweis einstecken, PIN eingeben und der Arzt kann den ganzen Tag elektronisch unterschreiben.

"Derzeit ist der Trusted Pocket Signer das einzige Gerät, das alle kritischen Prozesse beim Erzeugen der elektronischen Signatur in sich vereint und so verlässlich vor Missbrauch schützt. Die biometrische Handschrifterkennung sorgt für Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit" , sagte Levona Eckstein vom Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation SIT.

Auch andere Vielsignierer, etwa Anwälte oder Steuerberater, können mit dem TPS elektronisch unterschreiben. Außerdem eignet sich das Gerät auch für Dienstleistungsumgebungen – zum Beispiel eine Kfz-Werkstatt. Hier kann der Kunde den TPS selbst in die Hand nehmen, sich von der Korrektheit des Dokuments, etwa eines Reparaturauftrags, überzeugen und dann unterzeichnen. Das unterschriebene Dokument kann dem Kunden dann sofort als E-Mail zugeschickt werden. Die Entwicklung des TPS ist soweit abgeschlossen, dass Fertigung und praktische Pilotprojekte möglich sind.

Zu sehen ist das Gerät vom 18. bis zum 24. März 2004 auf der Computer-Messe CeBIT in Hannover (Halle 11/Stand A24).


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