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Mute gegen RIAA - Anonymes Filesharing mit Verschlüsselung

Ambitioniertes Open-Source-Projekt für heimliche Nutzer. Neben Freenet gibt es mit Mute seit Dezember 2003 ein zweites Filesharing-Netz, das anonymes Filesharing ermöglichen soll. Im Gegensatz zu beliebten Filesharing-Netzen wie Gnutella, Fasttrack und eDonkey bzw. Overnet oder Alternativ-Konzepten wie Bittorrent werden hier direkte Kontakte und unverschlüsselte Dateitransfers beim Up- und Download vermieden.
/ Christian Klaß
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Bei Mute werden nicht nur Nachrichten wie Suchanfragen und Suchergebnisse, sondern auch die Dateitransfers durch ein Netzwerk von jeweils benachbarten Mute-Nutzern geschleust und direkte Verbindungen mit IP-Nummern-Austausch weitgehend vermieden. Es kennen nur die direkten Netzwerk-Nachbarn ihre IP-Adressen, während alle weiteren Knoten unter virtuellen Adressen bekannt sind.

Jeder Teilnehmer bzw. Knotenpunkt im Mute-Netz generiert seine virtuelle Adresse zufällig beim Programmstart – um das System nicht zu kompromittieren, wissen entfernte Knoten nur die virtuelle Adresse und Nachbarn nur die IP-Adresse. So soll es erschwert bis unmöglich sein, virtuelle und IP-Adresse einander zuzuordnen. Und selbst wenn jemand die IP-Adressen zweier Nachbarn ausgespäht hat und den Datenstrom überwacht, muss erst die von den Entwicklern als "militärisch sicher" beschriebene Verschlüsselung überwunden werden. Genauso wenig wissen auch nur die Mute-Teilnehmer selbst, von welcher virtuellen Adresse sie die Daten gesendet bekommen.

Die Suche nach bestimmten Dateien, das Speichern der IP-Adressen der Anbieter und die Kontaktierung von deren Provider zwecks Ermittlung von Name und postalischer Adresse soll mit Mute nicht funktionieren. Diese Methode setzt etwa die US-Musikindustrie-Vereinigung RIAA ein, um Raubkopierer ausfindig zu machen – nicht umsonst taucht die RIAA in der Funktionsbeschreibung des Mute-Netzwerks auf, um dessen Vorzüge für um Anonymität bedachte Filesharing-Nutzer aufzuzeigen.

Da es sich bei Mute um ein Open-Source-Projekt handelt, kann sich jeder Programmierer an der Entwicklung beteiligen; alternativ kann per PayPal für den Fortbestand gespendet werden. Das Projekt hat bei Sourceforge(öffnet im neuen Fenster) sein Zuhause gefunden, dort findet sich Mute nicht nur als Unix-Quellcode der am 27. Januar 2004 erschienenen Version 0.2.2, sondern auch als ausführbares Programm jeweils für GNU/Linux (x86/PPC), MacOS X ab Version 10.2 und Windows 9x/NT/2000/XP. Eine deutsch- und englischsprachige Hilfestellung zur Mute-Nutzung(öffnet im neuen Fenster) bietet etwa Markus Speckmeier in Form eines selbst erweiterbaren Wikis.

Ein älteres Projekt der Mute-Programmierer nennt sich Konspire[2b](öffnet im neuen Fenster) – hier wird die Idee des Filesharings auf den Kopf gestellt: Anstatt im Filesharing-Netz zu suchen, wählen die Nutzer einen Kanal aus und erhalten alle darüber verbreiteten Daten – eine etwa für Spieledemos interessante Verbreitungsmethode. Auch eigene Kanäle können angelegt und angemeldet werden. Die letzte Software-Version erschien hier im Sommer 2003, die Entwicklung des noch jungen Mute scheint derzeit Vorrang zu haben.


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