Eolas-Patent: Microsoft will Internet Explorer nicht ändern
Im Oktober 2003 hatte Microsoft angekündigt, mögliche Änderungen am Internet Explorer vorzunehmen, um das Eolas-Patent zu umgehen. Allerdings wären davon auch Entwickler von Webseiten betroffen gewesen und hätten ihrerseits ihre Webseiten anpassen müssen. Diese Änderungen sollten in einem Windows-Update noch im Jahr 2004 ausgeliefert werden.
Mittlerweile hat das Gericht sein abschließendes Urteil gefällt, gegen das Microsoft nun vorgehen will. Unabhängig davon hat das US-Patentamt angekündigt, das Eolas-Patent, von dem nicht nur Microsoft betroffen ist, nochmals zu prüfen – auch das World Wide Web Consortium (W3C) hatte sich für eine erneute Überprüfung des Patents stark gemacht . Zum einen befürchte das W3C durch das Patent erhebliche Auswirkungen auf das gesamte Web , zum anderen ist es nach Ansicht des W3C auf Grund der "Prior-Art-Regelung" nichtig.
Nach Ansicht von Eolas und der Universität Kalifornien verletzt Microsofts Internet Explorer das US-Patent 5,838,906(öffnet im neuen Fenster) , das der Universität am 17. November 1998 zugesprochen und im Oktober 1994 exklusiv an Eolas lizenziert wurde. Eolas führt für Produkte auf Basis des Patents und erhaltene Lizenzgebühren seinerseits Gebühren an die Universität ab.
Die unter anderem von Dr. Michael Doyle, Forscher an der Universität Kalifornien und zugleich Präsident von Eolas, entwickelte, patentierte Technik erlaubt es, interaktive Applikationen in Webseiten einzubetten. Seit 1995 finden sich derartige dynamische Inhalte im Web.



