EOS-1D Mark II: 8-Megapixel-Spiegelreflexkamera von Canon

Dabei kommt ein neuer von Canon entwickelter hochauflösender 8,2-Megapixel-CMOS-Sensor sowie Canons schneller DIGIC-II-Sensor der zweiten Generation mit großzügig dimensioniertem internem Pufferspeicher zum Einsatz. Zudem soll sich die neue Profikamera durch eine Vielzahl neuer Funktionen und Detailverbesserungen auszeichnen.
Der neu entwickelte Chip ist für das schnelle Auslesen der Daten mitverantwortlich, denn zur Datenübertragung vom Chip in den Speicherpuffer nutzt die EOS Mark II parallel acht Kanäle statt zwei wie bei der EOS 1Ds. So wird die hohe Bildfolgezahl von 8,5 bei höchster Auflösung erreicht. Wahlweise bis zu 40 Bilder im JPEG-Format in höchster Auflösung (Größe L, Kompressionsstufe 8) oder 20 Bilder im RAW-Modus passen in den Pufferspeicher und werden fortlaufend verarbeitet.
Zusätzlich verfügt der CMOS-Sensor über eine besonders schnelle und leistungsfähige Signalverstärkung, die dabei das Bildrauschen wirkungsvoll unterdrückt. So konnte der Empfindlichkeitsbereich des Chips um die Werte ISO 50 und ISO 3200 erweitert werden.
Hohe Auflösung und schnelle Bildfolge sorgen dabei für bis zu 69 Millionen Bildpunkte, die die EOS-1D Mark II pro Sekunde erfasst. Verarbeitet werden diese vom neuen DIGIC-II-Prozessor, der doppelt so schnell arbeitet wie sein Vorgänger in der EOS 1D, zudem aber weniger Strom verbraucht. Die Sensordaten liest er parallel auf acht Kanälen aus und schreibt sie dann zunächst in den DDR-SDRAM-Pufferspeicher. Das Schreiben auf die Speicherkarte wurde um den Faktor 1,5 beschleunigt. Die neue Generation der DIGIC-Prozessoren soll zudem für eine bessere Farbreproduktion, einen präziseren Weißabgleich und die Reduktion von Falschfarben und Rauschen in dunklen Partien sorgen, so Canon.
Wie ihre Vorgängerin, die EOS 1D, verfügt auch die EOS-1D Mark II über die von Canon gewohnten Bedienelemente, soll eine hohe Robustheit und Zuverlässigkeit aufweisen und ist in die EOS-Systemwelt mit Zubehör, Blitzgeräten und mehr als 50 EF-Objektiven eingebettet.
Einige Komponenten der EOS-1-Serie wurden bei der neuen Kamera weiter verbessert. So beträgt die durchschnittliche Lebensdauer der Verschlusseinheit nunmehr 200.000 Auslösungen – rund ein Drittel mehr als vorher. Aber auch im Detail verspricht Canon Verbesserungen: So hat der Entriegelungsknopf für das Speicherkartenfach nunmehr eine neue Form bekommen, die das Öffnen selbst mit klammen Fingern einfacher machen soll. Überarbeitet und erweitert wurden auch die Menüs, die zudem in einigen Punkten, z.B. bei der Beschreibung der Farbmatrizen, nun besser verständlich sind, so Canon.
Neben dem Steckplatz für CompactFlash-Karten und MicroDrive verfügt die EOS-1D Mark II über einen zweiten Steckplatz für eine SD-Card, die zum Beispiel als "Überlaufspeicher" genutzt werden kann, wenn die CF-Karte voll ist und die Arbeitssituation ein kurzfristiges Wechseln der CF-Karte nicht zulässt. Auch als Backup-Speicher lässt sich die SD-Card nutzen: Die Bilddaten werden dann auf beiden Karten gespeichert, so dass bei einem CF-Kartenfehler auf die parallel gespeicherten Daten auf der SD-Card zurückgegriffen werden kann.
Neu ist zudem die Möglichkeit, die individuellen Benutzereinstellungen mit sämtlichen Custom- und Personalfunktionen auf SD- oder CF-Karte zu speichern. Dies ist nicht nur bei Kameras, die von mehreren Fotografen benutzt werden, z.B. in Agenturen oder im Leihgeschäft nützlich, auch bei Servicefällen, bei denen eine Rückstellung der Individualfunktionen auf Werkseinstellung unumgänglich ist, kann sich die "externe" Speicherung der persönlichen Einstellungen als äußerst praktisch erweisen.
Eine verbesserte E-TTL-Blitzbelichtungsautomatik der zweiten Generation bezieht nunmehr die manuelle oder vom Autofokus eingestellte Entfernung ein. So kann die Blitzautomatik besser unterscheiden, ob ein heller Reflex zum Hauptmotiv gehört oder nicht, und regelt die Belichtung entsprechend.
Zur schnellen Datenübertragung unterstützt die EOS-1D Mark II FireWire (IEEE1394) mit Übertragungsraten von 100 Megabit pro Sekunde. Für den Anschluss an einen PictBridge-fähigen Drucker ist zusätzlich eine USB-Schnittstelle vorhanden. Neu hinzugekommen ist auch ein Videoausgang, einstellbar auf PAL oder NTSC, mit dem die Bilder im Wiedergabemodus auf einem Fernseher oder Videobeamer darstellbar sind.
Die Lupenfunktion im Wiedergabemodus mit stufenloser 1,5- bis 10facher Vergrößerung soll eine deutlich präzisere Beurteilung der Aufnahmequalität erlauben. Dazu trägt auch ein helligkeitsregulierbares integriertes 2-Zoll-TFT-Display mit einer Auflösung von 230.000 Pixeln bei. Darauf zeigt die EOS-1D Mark II neben dem üblichen Histogramm wahlweise die Tonwertverteilung in den RGB-Kanälen an. Der eingebaute Hochformatsensor sorgt für die automatisch seitenrichtige Speicherung und Anzeige von Hoch- und Querformatbildern.
Die EOS-1D Mark II ist die erste Digitalkamera, bei der das neue RAW-Dateiformat zum Einsatz kommt. Es hat die Endung .cr2 (Canon RAW 2. Generation) und soll zukünftig als Standard bei allen Canon-Digitalkameras genutzt werden.
Neu ist zudem eine Weißabgleich-Kompensierung, die zusätzlich zum Weißabgleich verwendet werden kann. Wie die aus der analogen Fotografie bekannten LB- und CC-Filter lässt sich mit diesen digitalen Filtern der Weißpunkt auf den Farbachsen in die Richtungen Blau-Amber und Magenta-Grün verschieben, um so eine korrekte Farbwiedergabe z.B. bei Mischlicht oder Leuchtstoffröhren zu erzielen. Außerdem erlauben die Filter die Einstellung einer individuellen Farbcharakteristik – ganz so wie es beim analogen Film bestimmte Präferenzen gibt.
Verbessert wurde auch die Software, die mit der EOS-1D Mark II geliefert wird. Die neue File Viewer Utility zeigt die Vorschau der RAW-Bilder deutlich schneller an und ist kompatibel mit den Standards ICC und Exif 2.21; die vormals separate Canon Capture Software ist nunmehr eingebettet. Mit Canon Digital Photo Pro liegt zudem eine neue RAW-High-Speed-Processing-Software bei. Sie arbeitet bei der Verarbeitung von RAW-Daten 5x schneller als das File Viewer Utility und unterstützt Batch-Funktion und Farbmanagement inklusive ICC-Profileinbettung.
Das Kameragehäuse misst 156 x 158 x 80 mm und wiegt ohne Akku ungefähr 1,2 Kilogramm. Der Akku selbst bringt noch einmal 335 Gramm auf die Waage und wird von einer Knopfzelle unterstützt, die für die Pufferung der Einstellungsdaten der Kamera verantwortlich ist.
Neben der Software umfasst der Lieferumfang komplett Gehäuse, Akku, Ladegerät, Trageriemen, Netzadapter, sämtliche Kabel und Handbuch. Ab April 2004 soll die EOS-1D Mark II für 4.599,- Euro im Handel erhältlich sein.



