Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Open Source eine Gefahr für die nationale Sicherheit?

SCO macht auch auf politischer Ebene Stimmung gegen Open Source. Die Open Source and Industry Alliance (OSAIA) weist auf Bemühungen von SCO hin, nun auch auf politischer Ebene gegen Open Source und Linux vorzugehen. In einem von der OSAIA veröffentlichten Brief von SCO-Chef Darl McBride an Kongressabgeordnete erklärt McBride Open Source und Linux zu einer Gefahr für die amerikanische IT-Industrie, die Wettbewerbsfähigkeit der USA sowie deren nationale Sicherheit.
/ Jens Ihlenfeld
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

McBride weist in seinem Schreiben(öffnet im neuen Fenster) einmal mehr darauf hin, dass Open-Source-Software in der Regel unter der GNU General Public License steht, die ihrerseits gegen das US-Urheberrecht, den DMCA und wesentliche Entscheidungen des Supreme Court verstoße. Proprietäre Software beschreibt McBride dabei als Software, die einen intellektuellen Wert darstellt, aus dem ein Entwickler Gewinne erzielen kann.

Auch sei Open-Source-Software zum Teil geklaut, so McBride weiter, und sein eigenes Unternehmen sei hier der Leidtragende. Daher gehe man auch gegen diejenigen vor, die den wichtigsten Unternehmenswert von SCO in unerlaubter Weise genutzt haben. Abgesehen davon sei es aber notwendig, das Gerichtsverfahren bis zu einem Ende zu führen, stelle die unkontrollierte Verbreitung von Open Source unter der GPL doch eine große Gefahr für das kapitalistische System der USA dar.

So gefährde Open Source die US-Wirtschaft, werde doch proprietäre Software zunehmend durch Open-Source-Software ersetzt, die ihrerseits voll von geklautem, proprietärem Code sei. Dies wirke sich negativ auf die Umsätze von Herstellern proprietärer Software aus, was letztendlich zu weniger Jobs und einer verminderten Innovationsfähigkeit der USA führe, argumentiert McBride.

Auch schwäche Open Source die internationale Wettbewerbsposition der USA. So würden in Ländern wie Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Israel, Brasilien, Japan, Südkorea, China und Russland Regierungen den Einsatz von Open Source vorschreiben. Statt Unix von US-Unternehmen oder Windows von Microsoft zu kaufen, würden Regierungen in Europa und Asien Linux nutzen, das sie kostenlos aus dem Internet herunterladen. So sei es schon heute für US-Unternehmen schwer, mit Open-Source-Software zu konkurrieren, die mit Hilfe von "geliehenem" Code entstanden sei.

Der US-Kongress sei bereits in der Vergangenheit gegen Preis-Dumping vorgegangen und kostenlose Software, die im Wettbewerb mit der Software steht, der sie entstammt, sei das Beispiel, das den größten Schaden anrichte.

Aber auch die nationale Sicherheit sieht SCO durch Open Source gefährdet. So unterliege die multiprozessorfähige Software von SCO den US-Exportbestimmungen und dürfe daher nicht in Länder wie Nordkorea, Libyen, Iran und den Sudan exportiert werden. Open Source hingegen unterliege diesen Exportbestimmungen nicht, da sich diese Länder die Software direkt aus dem Internet herunterladen könnten. So sei es diesen Ländern möglich, mit dem aus Unix geklauten Code in Open-Source-Software virtuelle Supercomputer zu bauen.

Die OSAIA, die das Schreiben von Darl McBride öffentlich machte, widerspricht(öffnet im neuen Fenster) den Aussagen von McBride, die nur ein neuer Versuch von SCO sei, um Angst, Unsicherheit und Zweifel (Fear, Uncertainty, and Doubt – FUD) zu streuen.


Relevante Themen