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Spieletest: Need for Speed Underground - jetzt auch für GBA

Adaption des populären Rennspiels für Nintendos Handheld. Auf PC und Konsolen entwickelte sich Need for Speed Underground in den letzten Monaten zwar zum absoluten Verkaufsrenner, einhellige Begeisterung unter den Spielern herrschte aber beileibe nicht – vor allem die auf Dauer eintönigen Strecken drückten die Motivation erheblich. Die jetzt ebenfalls im Handel erhältliche Game-Boy-Advance-Version hat allerdings noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen.
/ Thorsten Wiesner
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Prinzipiell ist die GBA-Fassung inhaltsgleich mit den anderen Versionen – man beginnt also auch hier als unbekannter Rennsport-Neuling und muss sich durch erfolgreiche illegale Straßenwettkämpfe einen Ruf in der Szene erarbeiten. Dies erreicht man einerseits durch gute Leistungen in Duellen und Straßenrennen oder bei den so genannten Drag- und Drift-Races, bei denen es auf schnelle Reaktionen bzw. spektakuläre Drehungen ankommt.

Gleichzeitig muss man aber auch in puncto Stil auftrumpfen – wer das am schönsten getunte Auto hat, genießt auch mehr Respekt in der Szene. Zwar sind die grundsätzlichen Autos eher unspektakulär – man ist von Beginn an mit Karossen der Marken Ford, Subaru oder Honda und nicht im Porsche oder Ferrari unterwegs. Im Laufe der Zeit rüstet man aber neue Spoiler, Motoren oder auch Vinyl-Aufkleber für die Karosserie nach und erhält so ein immer beeindruckenderes Wägelchen.

Während die Menüs noch grundsätzlich zu gefallen wissen und der Umfang der Tuning-Möglichkeiten für ein Handheld-Spiel durchaus beachtlich ist, kommt die große Ernüchterung, wenn man sich das erste Mal auf der Strecke befindet – die 3D-Grafik ist nämlich alles andere als ansehnlich. Die Modellierung der Fahrzeuge kann im Großen und Ganzen noch als gelungen bezeichnet werden, die Strecken hingegen und vor allem die Umgebungen sind blockig und unansehnlich; zum Teil verschwimmt alles in braunen und grauen Farbwänden, so dass man – trotz der Pfeilangaben auf der Strecke – auch immer mal wieder gegen Wände oder die Bande rast, weil man den Streckenverlauf einfach nicht sieht.

Ähnlich nervtötend ist die Musik: Der begrenzte Modul-Speicher limitiert natürlich den Song-Umfang rein technisch, trotzdem wäre sicherlich mehr möglich gewesen als gerade mal drei Songs zu integrieren. Richtig schlimm wird es in den Menüs: Hier bekommt man nur "Get Low" von Lil' Jon zu hören – und der Song startet jedes Mal neu, sobald man einen anderen Unterpunkt anwählt. Da man dasselbe Lied dann auch noch auf der Strecke zu hören bekommt, wird wohl jeder nach den ersten Runden den Lautstärkeregler entschieden nach unten drehen.

Immerhin die KI kann einen gnädig stimmen: Die Computerfahrer passen sich den Fähigkeiten des Spielers an und machen den Titel so jederzeit zu einer recht spannenden Angelegenheit – auch kurz vor Rennschluss kann noch einer der Konkurrenten heranpreschen und das Renn-Finish zu einer adrenalin-steigernden Angelegenheit machen. Nur dumm, wenn man gerade dann auf Grund der miesen Grafik nicht mehr weiß, wo man hinsteuern muss.

Fazit:
Für den GBA gibt es eine ganze Reihe guter Rennspiele – etwa das grafisch beeindruckende V-Rally 3 oder das spannende Top Gear Rally. Need For Speed Underground gehört zweifellos nicht in diese Reihe, außer dem großen Namen hat der Titel leider nicht viel zu bieten.


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