Unkontrollierte Weitergabe von Kunden- und Verbraucherdaten?

Verbraucher- und Datenschützer mahnen: Kundendaten immer weniger unter Kontrolle

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) und das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) warnten vor einer unkontrollierten Weitergabe von Kunden- und Verbraucherdaten. Laut VZBV und des ULD gibt es in Deutschland nur eine "unterentwickelte Datenschutzdebatte"; ULD-Leiter Dr. Helmut Bäumler warnt in diesem Zusammenhang aber nicht nur vor dem "Kleinreden realer Risiken", sondern auch vor der "Dämonisierung des Problems" - beides helfe nicht.

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"Unternehmen sammeln immer mehr und immer systematischer Daten über Verbraucher", analysiert VZBV-Chefin Prof. Dr. Edda Müller. Und ihre Kunden machen es ihnen mitunter zu einfach: "Die sorglose Freigiebigkeit vieler Verbraucher bei den eigenen Daten, die zunehmende Ausbeutung von Kundendaten und die neue staatliche Sammelwut nach dem 11. September verdichten sich zu einem gefährlichen Gemisch", so vzbv-Chefin Edda Müller.

Inhalt:
  1. Unkontrollierte Weitergabe von Kunden- und Verbraucherdaten?
  2. Unkontrollierte Weitergabe von Kunden- und Verbraucherdaten?

Den Verbraucher- und Datenschützern zufolge führen die explosionsartige Zunahme der Datenströme und die fortschreitende Digitalisierung zu einer immer stärkeren Vernetzung und Ausnutzung von Verbraucherdaten. Als besonders problematisch eingeschätzt werden dabei folgende Entwicklungen:

  • Die Daten von Kunden, die eine Lebens-, Kranken- oder Berufsunfähigkeitsversicherung beantragen und dann doch nicht abschließen, würden dennoch gespeichert und nicht gelöscht. Im Internet werden bei Registrierungsvorgängen und beim Bezahlen regelmäßig Daten erhoben, die überflüssig seien oder zu denen eine wirksame Einwilligung der Verbraucher fehle. Alleine bei einer Überprüfung von 30 Unternehmens-Webseiten habe der VZBV 16 Abmahnungen auf Grund von Datenschutzverstößen ausgesprochen - unter anderem gegen Google, Media Markt, Otto, Quelle und TUI.
  • Über ihr Konsumverhalten würden Verbraucher durch Kundenkarten Auskunft geben - unabhängig davon, ob es um den Kauf von Alkohol, Schmerzmitteln oder Kartoffelchips gehe. Deutschlandweit seien bereits mehr als 22 Millionen Karten im Einsatz, bei fast allen in einer Studie vom VZBV und ULD untersuchten Karten habe es zum Teil gravierende Verstöße gegen Datenschutzregeln gegeben.
  • Bei Reise- und Ticketbuchungen würden Daten über Zielorte oder die Ernährungsweise gespeichert (koscheres, vegetarisches oder für Muslime erlaubtes Essen).
  • Die geplante Chipkarte für Patienten soll die Vernetzung von Krankheits- und Behandlungsdaten im Gesundheitswesen ermöglichen und zur Kostensenkung beitragen. Die Lösung der Fragen der Datensicherheit und der Datensouveränität sehen VZBV und ULD jedoch als schwierig an; es könnte "das LKW-Maut-Debakel in den Schatten stellen."
  • Ein florierender und kaum kontrollierbarer Handel mit Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen führe zu immer neuer Belästigung der Verbraucher mit unerwünschter Werbung - unerlaubte Werbeanrufe bei Privatanschlüssen ("Wir machen da eine Umfrage") würden ebenso zunehmen wie Spamming: Allein für das Löschen von Spams habe die EU-Kommission Kosten in Höhe von 10 Milliarden Euro durch entgangene Arbeitszeit veranschlagt.
  • Doch auch die Zugriffswünsche des Staates auf Kundendaten bei Unternehmen würden ständig zunehmen: So sollen nach dem neuen Telekommunikationsgesetz Telefonfirmen verpflichtet werden, massenhaft Daten über Telefongespräche ihrer Kunden zu speichern. Der Bundesrat wünsche sogar die Speicherung aller Daten über die Internetnutzung auf Vorrat.

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Unkontrollierte Weitergabe von Kunden- und Verbraucherdaten? 
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Skewler 21. Jan 2004

Tumbes Volk passt besser *g* Wissen ist Macht und das rafft der "Pöbel" halt nicht...

jaja 20. Jan 2004

"Pöbel" würde ich die breite (und zugegebenermaßen auch sehr stumpfe) Masse zwar nicht...

antigen 20. Jan 2004

ein weiterer grund payback und ähnlichen dreck strikt abzulehnen - schlimm, das der...

mcr42 20. Jan 2004

was drin steht und was sie draus machen sind zweierlei Dinge. Abgesehen davon, daß sich...

CK (Golem.de) 20. Jan 2004

Hups, das sollte da gar nicht stehen, weils das Jahr im eigentlichen Zitat gar nicht...


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