Erster Release-Candidate von KDE 3.2 erschienen
KDE 3.2 bietet unter anderem einen überarbeiteten Web-Browser Konqueror, der nun nochmals deutlich besser auch mit defekten Webseiten umgehen kann, was unter anderem auch auf Apple zurückgeht, dessen Web-Browser Safari auf der KDE-Rendering-Engine KHTML basiert. Zudem wurde die Bedienoberfläche zum Tabbed-Browsing deutlich verbessert. Der Browser enthält auch eine Mozilla-kompatible Sidebar und eine bessere Lesezeichenverwaltung.
Wurde in KDE 3.1 erstmals eine Unterstützung für das Desktop-Sharing mit VNC integriert, hat man in KDE 3.2 diese nun um Unterstützung für Microsofts RDP-Protokoll erweitert.
Insgesamt fanden zudem rund 30 neue Applikationen ihren Weg in KDE, darunter JuK zur Verwaltung digitaler Musikbestände und der PDF-Viewer KPDF. Mit KWallet hält ein System zur Verwaltung von persönlichen Informationen wie Passwörtern in KDE Einzug, allerdings profitieren davon bislang jedoch nur Konqueror und Kopete. Software-Entwicklern bietet man mit Umbrello ein UML-Werkzeug und mit KCacheGrind Profiling-Funktionen für Applikationen an. Zudem wird KDE 3.2 zusammen mit der Version 3 der integrierten Entwicklungsumgebung KDevelop ausgeliefert.
Neu in KDE 3.2 ist zudem KWiFim, ein grafisches Interface für WLAN-Dienste, KMilo, das Maus-Gesten erkennt, sowie eine überarbeitete Version von KHotKeys zur Belegung von Tastaturkürzeln für häufig benutzte Funktionen. KRandR erlaubt im Zusammenspiel mit neueren Versionen des X Window System das bequeme Wechseln von Display-Auflösung und Farbtiefe.
Auch an das äußerliche Erscheinungsbild hat man Hand angelegt, so wurden der Standard-Look Keramik sowie die Icons verfeinert und mit Plastik ein neues Style integriert. Zudem lassen sich Schattenwürfe rund um Text- und Desktop-Icons anpassen. Zugriff auf die installierten Schriften erhält man seit der KDE 3.2 Beta 1 "Rudi" durch Eingabe von "font://" in der URL-Zeile des Konqueror.
KDE 3.2 RC1 steht im Quelltext unter download.kde.org(öffnet im neuen Fenster) und diversen Mirrors zum Download bereit. Binärpakete stehen auf dem KDE-Server derzeit nur für SuSE Linux 8.1, 8.2 und 9.1 sowie Slackware 9.0 zum Download zur Verfügung. Der Quelltext lässt sich mit dem Build-Tool Konstruct(öffnet im neuen Fenster) aber recht einfach in eine laufende KDE-Umgebung umwandeln.