Strato im Streit mit NSI machtlos?
Strato hatte die CNO-Domains seiner Kunden bisher bei NSI registriert, will diese aber nun aus Kostengründen zu einer eigenen Tochterfirma umziehen. Den entsprechenden Vertrag mit NSI hat Strato zum 2. Januar 2004 gekündigt, woraufhin NSI die Inhaber der bei ihnen registrierten Domains angeschrieben und mit den zur Domainverwaltung notwendigen Informationen versorgt hat, muss die Domain-Registrierung doch jährlich verlängert werden.
Strato hatte sich gegen das Vorgehen von NSI zunächst per Gericht zur Wehr gesetzt, ist nun aber auf die Mithilfe der eigenen Kunden beim Umzug der Domains angewiesen. Die Betreuung der eigenen Kunden mit CNO-Domains sei in Kooperation mit NSI unmöglich geworden, beklagt Strato und wirft NSI Datenmanipulation vor. "NSI versucht, mit immer wieder neuen technischen Hürden, den berechtigten Umzug der Domains zu verhindern."
Man habe sich in diesem Zusammenhang mittlerweile auch an die US-Verbraucheraufsicht "Federal Trade Commission" (FTC) gewandt, so Strato weiter. Auch das Bundeswirtschaftsministerium sei kontaktiert worden.
"NSI versucht mit unlauteren Mitteln, die Kunden der Strato AG in 'Domain-Geiselhaft' zu nehmen, um dadurch teure und unnötige Vertragsbeziehungen zu erpressen. Dagegen wehren wir uns mit allen juristischen, operativen und technischen Mitteln" , so Rochus Wegener, Aufsichtsrat der Strato AG. Er bittet alle Kunden mit CNO-Domains um Hilfe: "Stimmen Sie einem Umzug zu Strato zu und sichern Sie sich damit einen Preisvorteil von rund 300 Prozent im Vergleich zu NSI-Standardangeboten!"
Eine spezielle Task Force soll zudem Kunden ansprechen, um ihnen die Strato-Vorteile zu schildern sowie Fragen zu beantworten. In den Gesprächen könne der Umzug gleich unbürokratisch eingeleitet werden, so Strato.
Wer weder auf das Umzugsangebot von Strato noch das Angebot von NSI eingeht, muss damit rechnen, dass NSI seine Domain aus dem DNS-System herausnimmt. Erste Betroffene berichten bereits über nicht mehr erreichbare CNO-Domains.