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Tim Renner verlässt wegen Sparmaßnahmen Universal Music

Kaum noch Geld für den Aufbau nationaler Künstler. Tim Renner, Chairman and CEO Universal Music Deutschland und einst Vorzeige-Jungunternehmer der deutschen Musikbranche, gibt seinen Arbeitsplatz bei Universal Ende Januar 2004 auf. Grund dafür seien laut Renner die Sparmaßnahmen seitens Universal Music International, die einen Aufbau nationaler Künstler und die Förderung alternativer Musik nahezu unmöglich machen.
/ Thorsten Wiesner
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Der Entschluss sei bereits Anfang Dezember 2003 in Absprache mit Universal Music International getroffen worden. Renner könne die internationalen Sparmaßnahmen von Universal zwar nachvollziehen; bei ihrer Anwendung auf lokale Künstler und die damit zusammenhängende Organisationsstruktur habe es aber unterschiedliche Auffassungen gegeben. "Ich glaube fest daran, dass der Markt auch Repertoire aus Szenen und Nischen braucht, um authentische Inhalte zu entwickeln. Obwohl der Markt deutlich geschrumpft ist, haben wir im vergangenen Jahr wieder an Umsatz mit deutschen Künstlern hinzugewonnen, dem Markttrend getrotzt" , so Renner.

Universal will zukünftig verstärkt auf international verwertbare Mainstream-Künstler setzen – Raum für Experimente bleibt da kaum noch, zumal man am langsamen – auf längere Sicht aber Erfolg versprechenden – kontinuierlichen Aufbau von Künstlern offensichtlich nicht mehr interessiert ist. Stattdessen soll gezielt in Chart-Acts investiert werden. Diese bringen zwar kurzfristig Geld in die Kassen, genießen bei einem Großteil der Musikhörer aber keinerlei Reputation – eine treue Fanbasis lässt sich so jedenfalls nicht aufbauen.

CEO und Chairman Jorgen Larsen bedauert Renners Entscheidung: "Tim hat sich mit der Gründung von Motor Music, dem Kauf von Koch, dem Umzug nach Berlin und der Steigerung unseres Marktanteils von 3 Prozent um das Unternehmen sehr verdient gemacht. Universal hatte 2003 in Deutschland die besten Chart-Ergebnisse, den höchsten Marktanteil seit Bestehen. Ich bedauere seine Entscheidung und wünsche ihm viel Erfolg. Ich werde bis Mitte dieses Jahres seine Aufgaben selbst übernehmen und danach einen Nachfolger nennen."


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