Abo
  • Services:

KiSS brüskiert MPlayer-Team und Open-Source-Szene

"Wir werden unsere Software nicht als Open Source veröffentlichen"

In einem Interview mit einem dänischen Radiosender hat Peter Wilmar Christensen, der Managing Director des DivX-DVD-Player-Herstellers KiSS Technology, endlich zu den "Code-Klau-Vorwürfen" des MPlayer-Teams Stellung bezogen. In einer vom MPlayer-Team veröffentlichten, ins Englische übersetzten Mitschrift bezeichnet Christensen die Anschuldigungen als falsch und vermutet, dass auch das MPlayer-Team Code von KiSS übernommen haben könnte, obwohl er gleichsam einräumt, dass man noch nicht alles überprüft habe.

Artikel veröffentlicht am ,

Christensen zufolge setze die KiSS-Firmware zwar Linux ein und hat den entsprechenden Code auch veröffentlicht. Die darauf aufsetzende Anwendungsschicht basiere jedoch einzig und allein auf selbst entwickeltem Code. Das MPlayer-Team hatte nach ausbleibender Reaktion per veröffentlichtem Codevergleich bewiesen, dass in der KiSS-Firmware zumindest die Untertitel-Subroutinen identisch zu denen des MPlayer sind.

Inhalt:
  1. KiSS brüskiert MPlayer-Team und Open-Source-Szene
  2. KiSS brüskiert MPlayer-Team und Open-Source-Szene

Gegenüber dem dänischen Radiosender drehte Christensen im Interview den Spieß um und vermutete, dass der besagte MPlayer-Code genauso von KiSS stammen könnte. Der strittige Code-Teil der KiSS-Firmware enthält laut MPlayer-Team allerdings Unterstützung für ein nicht oder sehr selten genutztes, aber im MPlayer-Code vorhandenes, spezielles MPlayer-Untertitelformat ("MPSub").

Das MPlayer-Team sieht Christensens indirekte Gegenanschuldigung deshalb als Beweis an, dass KiSS niemals den News-Bereich der offiziellen MPlayer-Website gelesen habe. Bereits in der ersten Veröffentlichung des Codevergleichs wurde die MPSub-Unterstützung seitens des Herstellers hervorgehoben. Gabucino vom MPlayer-Team hat MPSub eigenen Angaben zufolge bereits in 2001 vorgeschlagen, am 12. Oktober 2001 habe "laaz" die Unterstützung des Untertitelformats bestätigt, das jedoch "in freier Wildbahn" niemals gesehen wurde. Die KiSS-Firmware hingegen erschien erst 2003 mit dem weltweit ersten DivX-DVD-Player KiSS DP-450.

Christensen hat sich - obwohl er betont, die Open-Source-Gemeinschaft nicht als Feind, sondern eher als Freund haben zu wollen - auch mit seinen Aussagen über die GNU Public License keine Freunde gemacht: "Wir haben bestätigt, dass wir bereits wissen, dass bei Nutzung von unter GPL lizenziertem Code jede davon abgeleitete Arbeit veröffentlicht werden muss. Das bedeutet, dass die legale Basis sehr dünn ist und es gibt keinen mir bekannten Ort auf der Welt, an dem die GPL im Gericht bestehen musste. Von einer Geschäfts-Perspektive würde ich also sagen, dass die Lizenz relativ schwach ist." Dass viele Lizenzvergehen jedoch dank Bemühung der Free Software Foundation bereits außergerichtlich beigelegt werden konnten, erwähnt Christensen nicht.

KiSS brüskiert MPlayer-Team und Open-Source-Szene 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 8,49€
  2. 4,99€
  3. 49,99€

ibooduoo 22. Jul 2005

Cisco und die haben ja durch Linksys und dem WRT54G bereits erfahrung wie positiv sich...

Anastasios 13. Jan 2004

Jaja, und aus einem Hamburger lässt sich wieder eine Kuh machen? LOL - Gruß ins Tal der...

T. Wetter 13. Jan 2004

Aha. Du weißt aber (hoffentlich), dass du mit reverse-engineering nie (!) den Original...

XiRoT 13. Jan 2004

Diese Reportage ist aber einseitig und geht nicht auf Wissenschaftliche Erklärungen ein...

Heiko 13. Jan 2004

Naja, steht doch bereits in meinem Post. Was wenn Sie gar nicht wissen, welche Codeteile...


Folgen Sie uns
       


Cray X Exoskelett angesehen (Hannover Messe 2019)

Cray X ist ein aktives Exoskelett, das beim Heben unterstützt. Das Video stellt das System vor.

Cray X Exoskelett angesehen (Hannover Messe 2019) Video aufrufen
Pie: Google und die verschollenen Android-Zahlen
Pie
Google und die verschollenen Android-Zahlen

Bis Oktober 2018 hat Google jeden Monat Zahlen zur Verbreitung der verschiedenen Android-Versionen veröffentlicht. Daran ließ sich unter anderem ablesen, wie schnell sich eine neue Version am Markt durchsetzt. Seit gut einem halben Jahr schweigt Google aber - was ist da los?
Von Tobias Költzsch

  1. Google Neue Android-Q-Beta bringt App-Blasen
  2. Security Patch Google beseitigt im April Qualcomm-Sicherheitslücken
  3. Android 10 Google veröffentlicht erste Betaversion von Android Q

Cascade Lake AP/SP: Das können Intels Xeon-CPUs mit 56 Kernen
Cascade Lake AP/SP
Das können Intels Xeon-CPUs mit 56 Kernen

Während AMD seine Epyc-Chips mit 64 Cores erst im Sommer 2019 veröffentlichen wird, legt Intel mit den Cascade Lake mit 56 Kernen vor: Die haben mehr Bandbreite, neue Instruktionen für doppelt so schnelle KI-Berechnungen und können persistenten Speicher ansprechen.
Von Marc Sauter

  1. Cascade Lake Intel legt Taktraten der Xeon SP v2 offen
  2. Optane DC Persistent Memory So funktioniert Intels nicht-flüchtiger Speicher
  3. Cascade Lake AP Intel zeigt 48-Kern-CPU für Server

Verschlüsselung: Ärger für die PGP-Keyserver
Verschlüsselung
Ärger für die PGP-Keyserver

Die Schlüsselserver für PGP sind so ausgelegt, dass sie fast alles ungeprüft akzeptieren. Das führt zu zahlreichen Problemen, zuletzt wurden die Keyserver aufgrund von Angriffen mit vergifteten Schlüsseln immer unzuverlässiger.
Ein Bericht von Hanno Böck

  1. OpenPGP/GnuPG Signaturen fälschen mit HTML und Bildern
  2. GPG-Entwickler Sequoia-Projekt baut OpenPGP in Rust

    •  /