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Metro setzt auf RFID

Umfassende RFID-Einführung für 2004 geplant. Der deutsche Handelsriese Metro will künftig durchgängig entlang seiner gesamten Prozesskette RFID-Tags einsetzen. Ab November 2004 werden zunächst rund 100 Lieferanten ihre Paletten und Transportverpackungen für zehn Zentrallager sowie rund 250 Märkte der Vertriebslinien Metro Cash & Carry, Real SB-Warenhäuser, Extra Verbrauchermärkte und Galeria Kaufhof Warenhäuser mit RFID-Etiketten versehen.
/ Jens Ihlenfeld
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Erfolgreiche Tests mit den neuen RFID-Etiketten, die von Daten- und Verbraucherschützern kritisch gesehen werden, seien bereits in den vergangenen Monaten im Extra Future Store der METRO Group in Rheinberg durchgeführt worden. In Rheinberg werden unter realen Bedingungen der Einsatz und das Zusammenspiel verschiedener neuer Technologien im Handel getestet.

Die RFID-Technologie ermöglicht eine berührungslose Übertragung von Produktinformationen wie Preis, Hersteller, Mindesthaltbarkeitsdatum und Gewicht eines Produkts per Funk. "Der Einsatz innovativer Technologien wird in Zukunft einer der entscheidenden Wettbewerbsfaktoren unserer Branche sein" , schwärmt der Metro-Vorstandsvorsitzende, Dr. Hans-Joachim Körber. Partner von Metro in der Future-Store-Initiative sind SAP, Intel, IBM und rund 40 weitere Unternehmen aus der IT-, Konsumgüter- und Dienstleistungsindustrie. Als neues Mitglied gab Microsoft auf der NRF-Konferenz seinen Beitritt zur "METRO Group Future Store Initiative" bekannt.

Bislang wird RFID im Rahmen der Initiative nur in Teilbereichen der Prozesskette getestet – vorrangig im Lagermanagement. Mit Hilfe der RFID-Technologie wird die Wareneingangskontrolle automatisiert: Warenlieferungen an den Future-Store in Rheinberg werden im Zentrallager mit RFID-Etiketten versehen und bei der Ankunft im Markt eingelesen. Beim Transport vom Lager des Markts in den Verkaufsraum wird die Ware abermals eingelesen und als verräumt identifiziert.

Die Tests in Rheinberg hätten nun gezeigt, dass RFID dem Handel und seinen Kunden enorme Vorteile bietet: Effektivere Prozesse und dadurch niedrigere Kosten kämen beiden Seiten zugute. Mit RFID kann die Ware zukünftig über die gesamte Prozesskette lokalisiert werden – von der Produktion bis ins Ladenregal. Das Bestellmanagement wird optimiert, Verluste verringert und Ausverkaufssituationen vermieden. Für den Kunden ergibt sich dadurch eine noch höhere Warenverfügbarkeit, verspricht Metro.

Im Rahmen eines mehrstufiger Plans will Metro nun einen lückenlosen Einsatz von RFID entlang der gesamten Prozesskette einführen. Gemeinsam mit rund 100 Metro-Lieferanten ab November 2004 sollen sämtliche Paletten und Transportverpackungen bereits in den jeweiligen Produktionsbetrieben für zehn Zentrallager der METRO Group mit RFID-Etiketten ausgestattet werden. Damit wird der Weg der Waren vom Hersteller in die Lager der METRO Group mit RFID-Technologie erschlossen. 100 Märkte der Vertriebslinien Real und Extra, 122 Galeria Kaufhof Warenhäuser sowie 59 Metro-Cash&Carry-Märkte in Deutschland sollen die RFID-etikettierte Lieferung aus diesen Lagern erhalten.

Um eine reibungslose Umsetzung sicherzustellen, richtet die METRO Group für die beteiligten Lieferanten ein Testlabor ein. Dort wird die Funktion der RFID-Technologie, beispielsweise das Einlesen der Tags, im Vorfeld erprobt. "RFID ist für uns eine der maßgeblichen Technologien für den Handel der Zukunft. Mit dem großflächigen Einsatz von RFID werden wir erstmals die gesamte Prozesskette abdecken" , frohlockt Zygmunt Mierdorf, Mitglied des Vorstands und CIO der METRO Group.


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