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Weitere WMV9/MPEG-4-DVD-Player mit Sigma-Chip EM8620L

Neben V auch Apex und KiSS Technology mit EM8620L-basierten Playern. Nachdem V Inc. bereits seinen "HD-DVD-Player" Bravo D3 für das zweite Quartal 2004 ankündigt hat, stellte auch Sigma den darin verbauten neuen, unter anderem MPEG-4- und WMV9-fähigen DVD-Decoder-Chip EM8620L mit etwas mehr technischen Details vor. Zudem gab Sigma bekannt, dass neben V Inc. auch Apex und KiSS Technology eigene DVD-Player mit dem Chip auf den Markt bringen wollen.
/ Christian Klaß
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Die Ein-Chip-Lösung EM8620L tritt die Nachfolge des EM8550 an und ist wie dieser netzwerkfähig, jedoch leistungsfähiger und damit für aufwendigere Codecs und höhere Auflösungen geeignet. Der EM8620L beherbergt einen RISC-Prozessor mit 2D-Grafikbeschleunigung und Unified-Memory-Controller, PCI-Bus, IDE-Controller und zusätzliche Peripherie-Anschlüsse (SPI, Infrarot, UART und lokaler Bus) für weitere Subsysteme.

Zu den Schlüsselfunktionen des EM8620L zählt die Wiedergabe von Dateien und Streams im Windows-Media-Video-9-, MPEG-4-, MPEG-2- und MPEG-1-Format. Dabei werden nicht nur Standard-HDTV-Auflösungen von 480i/480p bis 1080i unterstützt, sondern auch davon abweichende. Da sich DVD-Player mit den Vorgängern EM8500 (ohne Ethernet) und EM8550 bereits auf die MPEG-4-ASP-basierten Codecs DivX und Xvid verstanden, ist zu erwarten, dass Gleiches auch für den EM8620L gilt – allerdings ist davon in der vom WMV9-Codec schwärmenden Pressemitteilung nichts zu lesen.

Ken Lowe, Vizepräsident des strategischen Marketing von Sigma Designs, betont: "Im Moment sehen wir eine starke Bewegung zur Nutzung von Windows Media Video 9 für IP-Video-Lösungen, die hochqualitatives Streaming, sowie von DVD-Playern, die eine wachsende Zahl von Video-Formaten akzeptieren." Insbesondere für die Vereinigung von PC, Internet und Unterhaltungselektronik sei deshalb die Unterstützung von WMV9 in Verbindung mit HighMAT-konformen Geräten für 2004 und darüber hinaus ein wichtiges Merkmal für Sigma, um sich von der Konkurrenz abzusetzen.

Wie Microsoft gemeinsam mit Artisan Studios bereits im Juni 2003 anhand einer speziellen Terminator-2-Bonus-DVD mit "Windows Media Video HD" demonstrierte, lässt sich mit WMV9 ein Kinofilm bei hoher Auflösung auf herkömmlichen DVD-Medien unterbringen und macht teure DVD-Nachfolger erst einmal überflüssig. Gleiches ist mittlerweile zwar auch mit anderen, wie WMV9 auf MPEG-4-Kompression basierenden Codecs möglich. Bei WMV9 wird jedoch seitens der Industrie das integrierte Rechtemanagement als Vorteil gesehen, da damit sichergestellt werden könne, dass nur autorisierte Nutzer eine Datei abspielen. Dank des von Microsoft und Matsushita ersonnenen HighMAT-Standards sollen sich Datenträger mit gemischten Video-, Bild- und Audiodaten zudem am PC unter Windows XP und in Unterhaltungselektronik gleichermaßen einfach abspielen lassen.

Das Videobild kann vom EM8620L linear und nichtlinear skaliert werden, zudem bietet der vielversprechende Chip ein adaptives De-Interlacing, eine adaptive Filterung gegen Bildflackern, Pixel-basiertes Alpha-Mixing und einen 5-Ebenen-Video-Mixer. Zwei separate Videoquellen plus hardwarebeschleunigtem grafischem On-Screen Display (OSD) und Hardware-Cursor können konvertiert, skaliert und in Echtzeit gemischt werden. Die Darstellung kann analog per Composite-, S-Video-, Komponenten- (YPbPr oder RGB, interlaced/de-interlaced) und digitalem DVI-Ausgang erfolgen, sofern die Hersteller alle Möglichkeiten in ihre Geräte integrieren.

Digitale Inhalte können per CSS (DVD) und Windows Media DRM geschützt sowie per AES, DES, Triple-DES und RC4 verschlüsselt werden. Der Audio-DSP des EM8620L dekodiert WMA9, WMA Pro, WMA lossless, Dolby Digital, MP3, MPEG-1/2 (Layer 1 – 3) und MPEG-4 AAC – vom freien Audioformat OGG ist bisher keine Rede. Auf dem EM8620L basierende DVD-Player, DVD-Receiver und Video-on-Demand-fähige Netzwerk-Player können unter Linux oder WindowsCE laufen.

Zu den ersten Herstellern, die entsprechende DVD-Player anbieten wollen und z.T. bereits auf der am 8. Januar 2004 in Las Vegas stattfindenden CES 2004 vorstellen, zählen Apex, KiSS Technology und V Incorporated. KiSS will gleich drei Geräte auf den Markt bringen, darunter nicht nur den mit Ethernet und WLAN ausgestatteten DVD-Player DP-600, sondern auch den mit DVD-Laufwerk, 80- oder 120-GByte-Festplatte und analogem TV-Tuner bestückten und ebenso netzwerkfähigen Digitalvideorekorder DP-678 sowie den reinen drahtlosen Netzwerk-Player SB-020.

Muster des "EM8620L Media Processor" sollen ab März 2004 zur Verfügung stehen, während die Massenproduktion im Mai 2004 beginnen soll, so Sigma. Mit größeren Stückzahlen von EM8620L-basierter Unterhaltungselektronik ist demnach erst ab dem 2. Halbjahr 2004 zu rechnen, auch wenn zumindest V seinen Player bereits für das 2. Quartal 2004 angekündigt hat.


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