Linus Torvalds widerlegt SCOs neue Beweise
"[...] In anderen Worten: Ich denke wir können die Behauptungen von SCO, dass diese 65 Dateien irgendwie kopiert wurden, komplett niederreißen. Ganz klar, sie wurden nicht kopiert" , so das Fazit von Torvalds nach einer ersten Durchsicht der Dateien.
Zwar habe er nicht den "Original-UNIX-Code", um die Quelltexte zu vergleichen, doch die Dateien, die er überprüft habe, hätten definitiv keine UNIX-Geschichte. Die übrigen seien in erster Linie errno.h, signal.h und ioctl.h und auch wenn er sie nicht analysiert habe, könne er ausschließen, dass diese aus UNIX kopiert wurden.
So nutze errno.h andere Fehler-Nummern als das "Original-UNIX". Er sei sich dem sicher, schließlich hätten die Fehler-Nummern später übersetzt werden müssen, um binäre Emulationen zu erlauben.
Ähnliches gelte für "signal.h": Während Linux ursprünglich nicht über das Signal SIGBUS verfügte, wurde es später der 7 zugeordnet, während "echte UNIXe" die 10 verwenden. Auch wenn Linux in weiten Teilen die gleichen Signalnamen und Fehler-Nummern verwende, seien diese eindeutig nicht aus einem "echten UNIX" kopiert. Auf einigen Architekturen habe man die Fehlernummer allerdings an die eines "echten UNIX" angepasst.
Andere von SCO angeführte Dateien wie "include/linux/ctype.h" und "lib/ctype.h" habe er explizit selbst geschrieben und diese wären seit dem ersten Linux-Kernel mit der Version 0.0.1 aus dem September 1991 ein Teil von Linux. Torvalds dazu: "Ich habe sie selbst geschrieben (und wenn ich mir die ursprüngliche Dateien ansehe, bin ich etwas beschämt: Die Makros 'toupper()' und 'tolower()' sind so unglaublich hässlich, dass ich nicht zugeben würde, sie selbst geschrieben zu haben, wenn nicht jemand anderes behaupten würde, dies getan zu haben."
Zudem sei es ein Aufwand von kaum mehr als fünf Minuten, um diese Dateien zu schreiben und ihr Inhalt unterscheide sich von den entsprechenden BSD-/UNIX-Dateien, erklärt Torvalds.
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