Indien und Polen als IT-Alternative im Kommen?
"Die Bereitschaft, in IT zu investieren, steigt auch in Österreich" , beobachtete Peter Laggner, Country Manager von Cap Gemini Ernst & Young Österreich, auch den hiesigen IT-Markt, "Business Intelligence ist auf dem Vormarsch, Portale bleiben auch weiterhin an erster Stelle." Laggner resümierte: "Langfristig wird es darauf ankommen, die IT wie jeden anderen Geschäftsbereich zu steuern. IT muss Mehrwert schaffen, die Leistung des Unternehmens erhöhen und ständig effizienter werden."
Die Umfrage wurde schon einmal im Dezember 2002 IT-Entscheidern vorgelegt und nun nochmals von 60 Managern aus der damaligen Gruppe telefonisch beantwortet. Nach dieser Ende 2002 durchgeführten Vorgängerstudie in Deutschland planten viele Unternehmen für diesen Zeitraum noch Einsparungen ein. "Der Fokus vieler Unternehmen dürfte trotz des positiven Ausblicks in einer möglichst kostenneutralen Optimierung der IT-Infrastrukturen und Software-Anwendungen liegen" , analysierte Laggner die Studienergebnisse. Vor allem die noch im vergangenen Jahr herrschende Verunsicherung in Sachen IT-Budgets soll verschwinden und Raum für Planungssicherheit schaffen. Heute seien es lediglich fünf Prozent, die die Investitionen für die kommenden Jahre nicht einschätzen können.
In der Befragung Ende 2002 konnten knapp 17 Prozent der IT-Leiter noch keine Aussage darüber treffen. Die damals geäußerte Unsicherheit bewahrheitete sich dann auch im Laufe des Jahres 2003. Nur etwas mehr als die Hälfte verfügte über das budgetierte Geld. Ein großer Teil der Unternehmen hat die Ausgaben kurzfristig angepasst: Einerseits wurde bei rund 12 Prozent der Befragten das Geld aufgestockt, andererseits musste rund ein Drittel mit weniger auskommen als geplant.
Portale sind Cap Gemini zufolge nach wie vor das Thema Nummer eins: Mehr als 53 Prozent der Befragten wollen in den kommenden fünf Jahren mehr Geld in diese Technik investieren, lediglich zehn Prozent rechnen mit einem Rückgang des Budgets. Aufsteiger des Jahres sind jedoch Business-Intelligence-Systeme: Standen diese Systeme Ende 2002 auf Platz fünf der Liste der wichtigsten Themen, haben sie inzwischen den zweiten Rang erobert. Die Bedeutung von Business-Intelligence-Systemen schlägt sich auch in den zur Verfügung stehenden Geldmitteln nieder. Mehr als 38 Prozent der IT-Leiter rechnen mit steigenden Budgets. "Basel II mit seinen kommenden höheren Anforderungen an die Informationstechnologie bei Banken und Versicherungsunternehmen hat hier sicher den Markt belebt. Darüber hinaus sind die Business-Intelligence-Lösungen gereift. Es gibt immer mehr Standard-Werkzeuge, mit deren Hilfe schneller und effektiver gearbeitet werden kann als früher" , erläuterte Laggner.
Zweiter Sieger sind die mobilen Technologien – sie haben an Bedeutung gewonnen. Der Blick auf die geplanten Budgets zeigt, dass in diesem Bereich mit den größten Investitionszuwächsen zu rechnen ist: 60 Prozent der Befragten planen, für mobile Lösungen inklusive drahtloser Kommunikation in Zukunft mehr auszugeben als heute. Damit dürften diese Technologien jetzt den Sprung von der Vision in die Anwendung geschafft haben.
Die Off-Site- bzw. Off-Shore-Entwicklung ist derzeit ein heißes Thema in den IT-Abteilungen, denn die höchsten Erwartungen werden an die Kostenentwicklung gestellt. Die Praxis von durchgeführten Off-Site-Projekten zeigt jedoch nach Angabe der Befragten, dass die höchste Zufriedenheit mit dem erzielten Zeitgewinn herrscht, dicht gefolgt von der Standardisierung der Prozesse. Niedrigere Kosten und die Verbesserung der Qualität folgen erst auf den Plätzen drei und vier.
Interpretiere man diese Ergebnisse vor dem Hintergrund, dass bislang die Mehrheit der Off-Site-Projekte innerhalb Deutschlands durchgeführt wurde, verwundere die Enttäuschung nicht, meint Cap Gemini. Deutliche Einsparungen würden erst dann erzielt, wenn ein Teil der Arbeiten in das europäische Ausland – zum Beispiel nach Polen – oder in ein Drittland, beispielsweise Indien, ausgelagert würden. Mit dieser Art von Projekten hätten bislang aber erst wenige Unternehmen Erfahrungen gesammelt.



