Linux 2.6.0 ist da

Lediglich 11 KByte umfasst der letzte Patch, der aus Linux 2.6.0-test11 den fertigen Kernel 2.6.0 macht. Zwar sei es kein "leerer" Patch wie er gehofft habe, dennoch würden die Dinge recht gut aussehen, so Torvalds. Er werde den Bitkeeper-Baum des Kernel 2.6 weiter betreuen, bis ein neuer Zweig, Linux 2.7.x, abgespalten wird, so Torvalds. Dennoch wird Andrew Morton die Verantwortung und Pflege des stabilen Kernels 2.6.x übernehmen.
Der neue Linux-Kernel verspricht zahlreiche Verbesserungen, vor allem im Highend- sowie im Embedded-Bereich. Er verfügt unter anderem über einen neuen Scheduler, der auch unter hoher Last zuverlässig und effizient arbeiten soll. Dank des Kernel-Preemption-Patches sollten sich zudem Latenzzeiten verringern und somit das Antwortverhalten des Kernels verbessern, so dass Linux hier gegenüber Echtzeitbetriebssystemen ein wenig aufholen kann. Zudem wurde das Threading sowie der Virtual-Memory-Manager deutlich verbessert und ein einheitliches Gerätemodell eingeführt. So erlaubt Linux 2.6.0 die Verwendung der Native POSIX Thread Library (NPTL). Neu ist auch die direkte Kernel-Unterstützung von IPSec, was die Nutzung von Virtual Private Networks mit Linux-Systemen vereinfacht.
Darüber hinaus verwendet Linux 2.6.0 ein neues Build-System, was die Übersetzung des Kernels beschleunigt, mit ALSA wird eine neue Sound-Architektur eingeführt sowie Unterstützung für ACPI, USB 2.0 und CAPI 2.0 integriert. Auch der Code für die Unterstützung von IDE-Laufwerken wurde komplett überarbeitet. Aber auch einige aktuelle Hardware-Funktionen werden von Linux 2.6.0 nun unterstützt, darunter das Heruntertakten von Mobil-Prozessoren im laufenden Betrieb (Intel Speedstep, AMD PowerNow!), Hyperthreading, Enhanced Disk Device Polling (EDD) und Simple Boot Flag (SBF), was es erlaubt, nach erfolgreichem Booten künftig den Selbsttest des Systems vom BIOS zu unterbinden. Unter /sys wurde mit dem SysFS zudem zusammengefasst, was bisher unter /proc und /devfs ablief.
Aber auch neue, zusätzliche Hardware-Plattformen werden von Linux 2.6.0 unterstützt, darunter neuere m68k-Prozessoren, die in diversen PDAs zum Einsatz kommen sowie AMD-64-Bit-Architektur. Zudem unterstützt der neue Kernel auch NUMA-Architekturen "Non Uniform Memory Access", die im Highend-Bereich zum Einsatz kommen.



