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EU-grenzüberschreitendes Handy-Ticket für Bus und Bahn

Ticketautomat Handy: Zweckverband Vogtland führt elektronischen Fahrschein ein. Im Vogtland können Nutzer von Bus und Bahn ihren Fahrschein ab Februar 2004 per Handy kaufen. Der Zweckverband "Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland" mit Sitz in Auerbach hat Siemens Business Services mit dem Aufbau einer entsprechenden Pilotlösung beauftragt.
/ Andreas Donath
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Der Verkehrsverbund erwartet durch den "Ticketautomaten für die Hosentasche" sinkende Kosten, höhere Einnahmen und eine bessere Kundenbindung. Da im Vogtland und in der so genannten EgroNet-Region Fahrgäste grenzüberschreitend zwischen Deutschland und Tschechien befördert werden, wird das Projekt durch die EU mit knapp einer Million Euro unterstützt.

Der Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland verbindet im Rahmen des EgroNet die Freistaaten Sachsen, Bayern, Thüringen und die Tschechische Republik auf rund 11.000 Quadratkilometern mit einem einheitlichen Fahrplan und Fahrpreis. Im EgroNet sind unter Federführung des Zweckverbands Vogtland 62 Verkehrsunternehmen zusammengeschlossen.

Im Rahmen des Pilotprojektes sollen 350 ausgewählte Personen das Verfahren bis April 2004 testen. Ihnen stehen im Ländereck zwischen Tschechien und den drei deutschen Bundesländern Bayern, Thüringen und Sachsen neben dem Fahrschein aus Papier künftig nach einmaliger telefonischer Anmeldung zwei mobile Alternativen zur Verfügung.

Die erste Variante bietet dem Fahrgast die Bestellmöglichkeit über ein Java-fähiges Mobiltelefon. Nachdem man die entsprechende Software auf das Handy geladen hat, bestellt der Fahrgast die Tickets per Tastendruck und Menüsteuerung über sein Handy. Im Menü gibt er die Anzahl der Fahrgäste, die gewünschte Fahrstrecke und die Art des Tele-Fahrscheins an – vom Einzelfahrschein bis zur Jahreskarte ist alles möglich. Nach Bestellung erscheint die Bestätigung für den Ticketkauf auf seinem Handy. Der virtuelle Fahrschein selbst liegt auf einem Server, auf den nur der Kontrolleur Zugriff hat.

Bei der zweiten Möglichkeit bestellt der Fahrgast seinen Fahrschein per Telefonanruf. Bei der eingesetzten automatischen Auftragsannahme kommt eine gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut entwickelte Spracherkennungs-Software zum Einsatz. Sie soll aus kompletten gesprochenen Sätzen die für die Bestellung relevanten Elemente erkennen.

In der Pilotlösung wird noch per Lastschrifteinzug bezahlt – später soll eine sichere Abrechnung per Telefonrechnung, Kredit- oder Prepaid-Karte mit eingebunden werden. Das Handy-Portal bietet darüber hinaus weitere Services – wie etwa Fahrplanauskünfte.

Durch die Lösung sollen sich Kundenzufriedenheit und Service weiter verbessern, denn die Fahrscheinbestellungen geben anonymisiert Auskunft über gefahrene Strecken und Zeiten, um das Angebot von Bus und Bahn zu optimieren. Der Zweckverband rechnet daher langfristig auch mit höheren Einnahmen.

Das Marktpotenzial für Lösungen dieser Art ist nach Darstellung der projektbeteiligten Firmen hoch. Allein in Deutschland gibt es rund 400 Unternehmen im Öffentlichen Personennahverkehr, darunter 75 mittlere bis große Verkehrsverbünde. "Der Bedarf an innovativen Lösungen ist groß, denn der Wettbewerb um zufriedene Kunden wird dramatisch zunehmen. Damit steigt die Notwendigkeit, sich vom Mitbewerb zu differenzieren" , prognostizierte Winfried Holz, Leiter des weltweiten Geschäfts mit IT-Lösungen bei Siemens Business Services.


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