Test: Move2Play - PC-Spiele durch Bewegung steuern
Fünf Mini-Spiele mit Webcam von TerraTec. Während PlayStation-2-Besitzer sich schon seit mehreren Monaten an EyeToy erfreuen – einer USB-Kamera für die PlayStation 2, mit der sich Spiele durch Körperbewegungen steuern lassen -, gab es für den PC ein entsprechendes System bisher nicht. Koch Media versucht diese Marktlücke zu schließen, indem man mit Move2Play recht offensichtlich das Sony-Konzept abkupfert.
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Move2Play ist im Handel entweder als einzelne Spiele-CD oder im Paket komplett mit Webcam erhältlich. Als Kamera wird hier die TerraCam USB Pro von TerraTec mitgeliefert, wobei Koch Media offensichtlich Restbestände aufgekauft hat – TerraTec selbst liefert die Kamera bereits seit Anfang 2003 nicht mehr an den Handel aus. Angeschlossen wird die Webcam per USB-1.1-Port an den PC und bringt den Spieler in einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln auf den Bildschirm; bei einer höheren Bildschirmauflösung wird das Bild dementsprechend skaliert. Die Kamera erfasst die Bewegungen und setzt sie dann mit bis zu 30 Frames pro Sekunde ins Spiel um. Wahlweise kann zum Spielen auch jede andere Webcam benutzt werden, insofern sie VGA-Auflösung darstellen kann und zumindest 15 Frames pro Sekunde aufzeichnet.
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Hat man die Kamera und die Software installiert, darf zwischen insgesamt fünf Spielen gewählt werden. In "Chicken Hunt" gilt es, mit den Händen Hühner einzufangen, wobei man nicht einfach alle Tierchen greifen darf – einige bringen Plus-, andere Minuspunkte. In "Schnapp es Dir" fallen diverse Objekte von oben herab, alles was essbar ist, muss dabei aufgenommen werden, alles andere nicht. Bei "Dschungelkönig" sammelt man ebenfalls herabfallende Früchte, muss aber zudem ausweichen, wenn wilde Tiere wie Schlangen oder Leoparden über den Bildschirm springen.
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Wer "Tapferer Matrose" spielt, ist angehalten, durch Handbewegungen Löcher zu stopfen – ansonsten versinkt man bald im Wasser. Bewegt man die Hand allerdings aus Versehen über einen Korken, verschwindet dieser und es prasselt noch mehr Wasser auf den Spieler ein – bis er schließlich ganz "ertrunken" ist. "Music Star" schließlich lässt den Spieler bekannte Melodien wie Jingle Bells nachspielen, indem er – einem Notenblatt mit bunten Noten folgend – Glocken in verschiedenen Farben anschlägt.
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Was in der Theorie recht amüsant klingt, bringt in der Praxis leider einige Probleme mit sich. Zunächst einmal sollte man zumindest über einen 17-Zoll-, besser einen 19-Zoll-Monitor verfügen, ansonsten erkennt man viel zu wenig vom Spielgeschehen. Auch viel Platz vor dem Schreibtisch ist vonnöten: Als Spieler muss man sich mindestens 1,5 Meter von Kamera und Monitor entfernt postieren, da man sonst so dicht vor der Kamera steht, dass man mit jeder Handbewegung sofort den gesamten Bildschirm leer fegt. Und eine gute Beleuchtung ist ebenfalls Pflicht: Da die Qualität der von der Kamera gelieferten Bilder eher bescheiden ist und sie zudem wenig lichtempfindlich ist, werden Bewegungen oft nicht richtig von ihr wahrgenommen, wenn man nicht in einem sehr hellen Raum spielt.
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Aber auch die Spiele lassen zum Teil zu wünschen übrig: In Chicken Hunt etwa sind die verschiedenen Hühner teilweise so ungünstig am Bildschirm platziert, dass man gar nicht anders kann als immer auch ein paar von den "falschen" Hühnern zu berühren, wenn man die "richtigen" treffen will. Bei "Music Star" hingegen hat man das Problem, dass man mit etwas Abstand zum Monitor die Noten kaum noch lesen kann – geht man aber dichter heran, ist ein einzelnes Anschlagen der einzelnen Glocken kaum noch möglich, stattdessen klingeln immer gleich mehrere.
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Die anderen drei Titel funktionieren besser, mangels Abwechslung ist aber auch hier bald die Luft raus. Zumindest lässt sich "Schnapp es Dir" auch zu zweit spielen, wobei man seinen Mitspieler "ärgern" kann, indem man in sein Feld greift und durch das Aufsammeln von falschen Objekten dessen Minuspunkte erhöht – zumindest eine Möglichkeit, den etwas drögen Spielablauf witziger zu gestalten.
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Schön ist zudem, dass man dank integrierter Schnappschussfunktion jederzeit Fotos von den gerade vor der Kamera agierenden Spielern machen kann – so entstehen schnell eine Reihe witziger Bilder.
Die "Move2Play"-Version mit Kamera ist ab sofort zum Preis von 49,99 Euro verfügbar. Wer bereits eine Webcam besitzt, die zumindest 15 Frames pro Sekunde aufzeichnet und VGA-Auflösung bietet, kann auch diese benutzen und dann die Software alleine zum Preis von 29,99 Euro erwerben. Koch Media will ab Weihnachten fünf weitere Spiele zum kostenlosen Download bereitstellen.
Fazit: EyeToy für die PlayStation 2 wird am Fernseher gespielt – da hat man ein großes Bild und viel Platz davor. Alleine schon deshalb kann Move2Play nicht dieselbe Faszination entwickeln wie das Sony-Pendant. Aber auch die Mini-Spiele sind hier eher mau und zum Teil auch noch recht frustrierend; die schwache Kamera ist ebenso nicht dazu geeignet, die Motivation zu heben. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich also lieber EyeToy anschaffen – wirklich überzeugen kann Move2Play aus den genannten Gründen leider nicht.