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Tauschbörse ES5: Trojaner aus zwielichtigen Kreisen?

Angeblich steckt zwielichtiges Firmenkonglomerat hinter Earth Station 5. Die im Sommer gestartete Tauschbörse Earth Station 5 (ES5) verspricht Tauschwilligen Schutz vor Urheberrechtsschützern und Behörden. Doch handelt es sich bei ES5 zum einen um ein Trojanisches Pferd, zum anderen scheint hinter der Tauschbörse ein zwielichtiges Firmenkonglomerat zu stehen, berichtete das Computermagazin c't.
/ Jens Ihlenfeld
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Angeblich befindet sich der Firmensitz von ES5 in einem Flüchtlingslager in Dschenin, innerhalb der palästinensischen Autonomiegebiete. Dadurch entgehe man dem langen Arm der US-amerikanischen Copyright-Schützer, heißt es. Doch diese Darstellung bezweifeln zwei Autoren des Computermagazins c't. Sie folgten den Spuren von ES5 und stießen dabei auf Ungereimtheiten: So stellte sich etwa bei einem Telefonanruf heraus, dass der angeblich arabische ES5-Chef Ras Kabir offenbar die arabische Sprache nicht verstand. Seine Mitteilungen verschickt Kabir über ein mexikanisches Unternehmen, das ansonsten durch das massenhafte Versenden von Spam-Mails aufgefallen ist.

Das Magazin geht auf Basis der gesammelten Indizien davon aus, dass hinter ES5 in Wirklichkeit der mehrfach vorbestrafte und in den USA per Haftbefehl gesuchte Stephen M. Cohen steckt. Der US-Amerikaner habe sich nach einem Trickbetrug in Millionenhöhe nach Mexiko abgesetzt. Völlig unklar sei, welchen Zweck Cohen damit verfolgt, seine Tauschbörsen-Software mit Hilfe dubioser Marketing-Kampagnen weltweit zu verbreiten.

Im Oktober hatte ein Hacker zudem bösartigen Code in ES5 gefunden, der es einem entfernten Angreifer ermöglicht, sämtliche Dateien auf dem entsprechenden Windows-PC zu löschen. Ob die Software noch andere Hintertüren auf dem PC des Nutzers platziert, ist nicht bekannt.

"Wer diese Software besitzt, sollte sie schnellstmöglich deinstallieren" , rät c't-Redakteur Holger Bleich.


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