Zum Hauptinhalt Zur Navigation

WSIS: Sicherheitssystem fehlerhaft

Wissenschaftler weisen auf technische und rechtliche Probleme hin. Eine Gruppe von Wissenschaftlern, die am World Summit on the Information Society (WSIS) teilnimmt, weist auf technische und rechtliche Probleme des auf dem Gipfel eingesetzten Sicherheitssystems hin. Sie konnte zum einen fast problemlos einen Zugangspass für die Veranstaltung ergattern, zum anderen entdeckte sie RFID-Tags, die in die offiziellen Zugangspässe integriert sind und mit denen sich die Bewegungen der Teilnehmer überwachen lassen.
/ Jens Ihlenfeld
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Die Wissenschaftler(öffnet im neuen Fenster) bekamen mit einem gefälschten Ausweis und einem mit einer Webcam angefertigten Foto einen Zugangsausweis für den Gipfel, ohne andere Registrierungsdokumente vorzulegen. Es seien nur einige wenige persönliche Daten eines Teilnehmers notwendig, die sich zudem auf der WSIS-Website finden ließen.

Schwerwiegender empfinden die Wissenschaftler aber, dass in die Zugangsausweise so genannte RF-Smart-Cards integriert sind, die neben einer eindeutigen ID auch ein RFID-Tag enthalten, um Daten per Funk auszulesen. So können die Zugangsausweise auch genau geortet werden. Zwar werden auf den Karten keine persönlichen Daten gespeichert, diese werden aber in einer zentralen Datenbank vorgehalten, womit es möglich wird, von zentraler Stelle die Bewegungen jedes einzelnen Teilnehmers zu überwachen, so die Wissenschaftler.

Zudem sei auch auf Nachfrage nicht erklärt worden, wie mit den Daten umzugehen ist. So sei denkbar, dass die Daten an Dritte weitergegeben werden, beispielsweise an die Ausrichter des nächsten WSIS in Tunesien.

So liefere das System nicht die versprochene Sicherheit, obwohl es die Rechte der Teilnehmer und deren Privatssphäre erheblich gefährde.


Relevante Themen