Volkswirtschaftliche Studien: Microsoft statt Open Source

Die Studie kritisiert vor allem die kostenlose Verfügbarkeit von GPL-lizenzierter Software. Das damit einhergehende Fehlen eines Marktpreises habe weitreichende volkswirtschaftliche Konsequenzen. "Ist die Software unentgeltlich verfügbar, so entstehen mit ihrer Entwicklung anders als auf dem kommerziellen Markt auch keine Erlöse, Einkommen, Arbeitsplätze und Steuern. Mit an die Software anknüpfenden Services können die Umsatzausfälle beim Softwarevertrieb nicht wieder erwirtschaftet werden", so Kooths. Fehle der Preis, und damit auch die entscheidende Lenkungsgröße für einen Markt, so seien zum Beispiel Kundenbedürfnisse schwieriger zu identifizieren.

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"Die geringeren Wertschöpfungspotenziale und die geringere Koordinationseffizienz sind gewichtige ökonomische Argumente. Sie legen nahe, dass die Förderung von Open-Source-Software keine ökonomisch vertretbare staatliche Aufgabe sein kann", erklärt Kooths.

Das persönliche Interesse freiwilliger Programmierer an einer Problemlösung, technische Herausforderungen oder der Aufbau von Reputation seien die Motivationskanäle zur Entstehung von Open-Source-Software. Ausschlaggebend für das Softwareangebot sollte jedoch das vom Nutzer tatsächlich gewollte sein. "Konsumentensouveränität ist ohne Produktpreise nicht durchsetzbar - der nicht selbst programmierende Softwarenutzer wird zum passiven Empfänger des Outputs der Open-Source-Entwicklergemeinde", heißt es in der Studie. Fehle der Markt, so gebe es keinen Mechanismus, der die Entwicklerinteressen auf die Kundenwünsche lenkt. Auch sei Open Source als einzige Alternative für die Softwareentwicklung ungeeignet. Vielmehr benötige Open-Source-Softwareentwicklung einen starken kommerziellen Softwaremarkt, der ihr als Ressourcenquelle für Arbeitsplätze, Einkommen und Produktideen diene. Mit Ausnahme der Individualsoftware liefere der marktfreie Koordinationsmechanismus in der Entwicklung im Vergleich zum kommerziellen Softwaremarkt keinen Wertschöpfungsbeitrag.

Da Open-Source-Software keine zusätzlichen, sondern nur einen Teil der bereits auf dem kommerziellen Markt gegebenen Geschäftsmöglichkeiten biete, sei auch die Unterstützung des Modells als standortpolitische Maßnahme zur Mittelstandsförderung ungeeignet. "Ist die Software kostenlos, entstehen mit ihrer Entwicklung auch keine Erlöse, Einkommen, Arbeitsplätze und Steuern. Diese Wertschöpfungsausfälle können auch durch Komplementärstrategien nicht aufgefangen werden", heißt es in der Studie. Die Forscher weisen darauf hin, dass die staatliche Förderung von Wettbewerbern in hochkonzentrierten Märkten kein Instrument der Wettbewerbspolitik sei. Derartige Interventionen würden einen Informationsstand voraussetzen, über den staatliche Instanzen nicht verfügen können. "In seiner Rolle als IT-Nachfrager sollte sich der Staat daher wie in den Haushaltsgesetzen vorgesehen strikt von Wirtschaftlichkeitsüberlegungen lenken lassen." Dabei verweisen die Forscher in erster Linie auf TCO-Analysen.

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ihrgend ein Urmel 20. Feb 2004

Aber man sollte von Microsoft erwarten können das es sicherer ist.

FatherMalone 13. Dez 2003

All denen, die Redhat's eingeschlagenen Weg bzgl Fedora/Redhat Enterprise und der damit...

FatherMalone 13. Dez 2003

lynx --mime_header -head http://mice.uni-muenster.de/mers/mers3-EconomicImpact_de.pdf...

LOL - mice.uni... 13. Dez 2003

Die Studie kann im übrigen über einen Apache "ge-powerten" Server gesaugt werden. LOL...

Nameless 12. Dez 2003

Genau! Und wenn ein (älterer) Programmierer für Microsoft nichts mehr bringt, wird ihm...


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