Prototyp zeigt intelligente Funktionen zur effizienten E-Mail-Organisation. Eine Forschungsgruppe von IBM Research hat jetzt unter dem Namen "Remail" den Prototypen eines neuen E-Mail-Clients vorgestellt, der auf von rund zehn Jahren Forschung und Erkenntnissen von diversen Feldstudien, statistischen Analysen und Interviews basiert. Forscher unter Leitung von Daniel Gruen und Paul Moody haben dabei zahlreiche Ideen umgesetzt, die den täglichen Umgang mit E-Mail, Chat, Kontakten und Terminen vereinfachen und effizienter gestalten sollen.
Dabei soll im Kern drei Problemen begegnet werden, die Nutzern heute den Umgang mit E-Mail erschweren: Ihnen soll der Druck, schnell zu antworten, genommen, mehr Übersicht über E-Mails und deren Zusammenhang gegeben und die Bewältigung des steigenden E-Mail-Volumens ermöglicht werden.
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So wird der E-Mail-Eingang (Inbox) mit Trennern versehen, die E-Mails je nach Sortierung z.B. nach Tagen trennen und es erlauben, diese so zusammenhängenden E-Mails aus- oder auch einzuklappen. Einzelne E-Mails können mit verschiedenen Farben markiert werden, um sie so schneller wieder aufzufinden.
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Besondere Aufmerksamkeit legten die Forscher auf die Markierung zusammenhängender Diskussionsfäden. Wird eine E-Mail ausgewählt, werden zugleich alle anderen E-Mails des Diskussionsfadens ebenfalls farblich hinterlegt. Eine Spalte in der Listen-Darstellung gibt dabei die Zahl der zum Diskussionsfaden gehörenden Mails an, so dass Diskussionsfäden sowohl zusammengefasst als auch verstreut betrachtet werden können. Ein Symbol gibt Aufschluss darüber, an welcher Position innerhalb eines Diskussionsfadens die jeweilige E-Mail steht. Steht die Maus über einer E-Mail in der Liste, wird eine Zusammenfassung des Diskussionsfadens angezeigt.
Mit Hilfe so genannter "Collections" lassen sich E-Mails nach Regeln zusammenfassen, gruppieren und strukturieren. Diese können E-Mails wie in herkömmlichen Ordnern organisieren, aber auch dynamisch auf Ordner angewendet werden, ähnlich wie es beispielsweise Evolution mit seinen virtuellen Ordnern erlaubt. E-Mails können so gleichzeitig in mehreren "Collections" auftauchen sowie flexibel zu diesen hinzugefügt oder aus ihnen entfernt werden.
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Remail kann dabei diverse Quellen verwenden, darunter E-Mails aus Lotus Notes, POP3 oder IMAP und Gruppendiskussionen aus Quickplace, NNTP. Aber auch RSS-Feeds, Blogs, Wikis, CVS Repositories und andere Formate soll Remail als Quellen einbeziehen können. So soll Remail zur zentralen Informationsschnittstelle werden. E-Mails lassen sich so auch zur Erinnerung auf den integrierten Kalender ziehen und einzelnen Tagen oder konkreten Zeitpunkten zuordnen. Im Eingangs-Ordner werden die entsprechenden E-Mails zudem automatisch mit einem Link zum jeweiligen Kalendereintrag versehen. Remail kann aber auch automatisch Termine und Daten in E-Mails erkennen und in den Kalender eintragen. Zudem ist es möglich, gezielt nach Daten und Tagen zu suchen, egal, wie diese dargestellt werden.
Remail integriert aber auch eine Chatfunktion, die ausgehend von E-Mail-Absendern genutzt werden kann. Chats werden abgespeichert und können wie E-Mail-Diskussionen behandelt und organisiert werden. Schließt ein Nutzer ein Chat-Fenster, wird dies auf Seiten des Diskussionspartners angezeigt.
Zur besseren Visualisieurng von Zusammenhängen bietet Remail zum einen Symbole zur Darstellung von E-Mails innerhalb des Diskussionsfadens, zum anderen so genannte Korrespondenz-Karten. Auf diesen werden die E-Mail-Absender angezeigt und nach Domain und Zahl der mit ihnen ausgetauschten E-Mails sortiert. Je nach Verhältnis der gesendeten und erhaltenen E-Mails ändert sich der Hintergrund der angezeigten Absender von schwarz nach grau.
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Auf der Nachrichtenkarte werden E-Mails als kleine Kästen dargestellt, was einen Überblick über die Mails bieten soll. Auch hier können Zusammenhänge zwischen den E-Mails durch farbliche Hervorhebungen dargestellt werden.