Microsofts fragwürdige Auffassung von Sicherheit
Die vier im November 2003 entdeckten Sicherheitslecks im Internet Explorer ermöglicht einem Angreifer, Programmcode auf einen Rechner zu laden und diesen auszuführen, womit ein Angreifer weitreichende Kontrolle über ein entsprechendes System erlangt. Dennoch hält es Microsoft bislang nicht für nötig, die notwendigen Patches zur Abhilfe des Problems anzubieten.
Erst Anfang Oktober 2003 hatte Microsoft bekannt gegeben , mit einer neuen Strategie die Sicherheit von Windows-PCs erhöhen zu wollen. Eines der Vorhaben sah vor, Sicherheits-Patches vornehmlich monatlich zu veröffentlichen und sich damit von dem bislang fast wöchentlichen Erscheinen entsprechender Patches zu verabschieden. Dies wurde seit Oktober 2003 auch umgesetzt: Microsoft veröffentlichte in den Monaten Oktober und November 2003 auf einen Schlag gleich mehrere Sicherheits-Updates für verschiedene Produkte aus Redmond. Dieses Vorhaben soll in Zukunft beibehalten werden, so dass künftig am zweiten Dienstag im Monat entsprechende Informationen veröffentlicht werden.
Obgleich Microsoft zahlreiche der im Oktober und November 2003 bekannt gewordenen Sicherheitslecks als kritisch einstufte – was der höchsten Gefährdungsstufe im Microsoft-Jargon entspricht – wurde entgegen den Ankündigungen von Microsoft darauf verzichtet, die betreffenden Patches separat zu veröffentlichen. Noch im Oktober 2003 hieß es, dass Patches für gefährliche Sicherheitslecks – wie sie eben in den vergangenen beiden Monaten bekannt wurden – unabhängig von den monatlich erscheinenden Security Bulletins veröffentlicht werden, was Microsoft jedoch bislang nicht umsetzte. Wie die jüngste Vergangenheit zeigt, werden jedoch einerseits als gefährlich eingestufte Sicherheitslöcher nicht unabhängig von den monatlichen Bulletins gestopft und bleiben bedrohliche Sicherheitslecks andererseits unberücksichtigt, wie das seit November 2003 ungeschlossene Sicherheitsloch im Internet Explorer belegt.
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