Weltgipfel Informationsgesellschaft - Teilnehmer ohne Netz?
Anfänglich mit Unglauben aufgenommene Gerüchte hätten sich damit bewahrheitet. Alle akkreditierten Besucher bekommen laut WSIS-Koordinierungskreis ein auf zwei Stunden begrenztes Zeitkontingent für den Internetzugriff. Für die Option, während des fünftägigen Gipfels zeitlich unbegrenzt auf das Internet zugreifen zu können, werden 199,- Schweizer Franken verlangt, umgerechnet rund 128,- Euro.
Diese Herangehensweise und die hohen Kosten würden nicht nur Besucher und Besucherinnen aus der dritten Welt empören: "Von diesem Geld kann man in Bulgarien zwei Monate leben" , sagte Veni Markovski, Chair der Internet Society Bulgaria, ICANN-Direktor und Mitglied des zivilgesellschaftlichen WSIS-Büros in Genf. Auch Markus Beckedahl vom WSIS-Koordinierungskreis beurteilt die hohen Kosten als "inakzeptabel für einen Weltinformationsgipfel" .
Allerdings scheint sich eine Lösung abzuzeichnen, wenn auch nicht seitens der Veranstalter: Auf Inititiative von zivilgesellschaftlichen Gruppen auf dem WSIS sollen mit Hilfe von Wireless-LAN freie Netzwerke auf dem Gipfelgelände entstehen.



