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Weltgipfel Informationsgesellschaft - Teilnehmer ohne Netz?

Kostenlose WLAN-Zugänge als Alternative für teuren Veranstalter-Bezahl-Zugang. Ausgerechnet auf dem in dieser Woche in Genf stattfindenden UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft, dem "World Summit on the Information Society" (WSIS), sollen die Teilnehmer keinen freien Internet-Zugang zur Verfügung haben. Wie der deutsche zivilgesellschaftliche WSIS-Koordinierungskreis kritisiert, sind die Kosten für den Zugang so hoch, dass Teilnehmer aus ärmeren Regionen ausgeschlossen werden – und das obwohl sich der Gipfel auch mit Lösungen zur Überwindung der digitalen Spaltung befasst.
/ Christian Klaß
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Anfänglich mit Unglauben aufgenommene Gerüchte hätten sich damit bewahrheitet. Alle akkreditierten Besucher bekommen laut WSIS-Koordinierungskreis ein auf zwei Stunden begrenztes Zeitkontingent für den Internetzugriff. Für die Option, während des fünftägigen Gipfels zeitlich unbegrenzt auf das Internet zugreifen zu können, werden 199,- Schweizer Franken verlangt, umgerechnet rund 128,- Euro.

Diese Herangehensweise und die hohen Kosten würden nicht nur Besucher und Besucherinnen aus der dritten Welt empören: "Von diesem Geld kann man in Bulgarien zwei Monate leben" , sagte Veni Markovski, Chair der Internet Society Bulgaria, ICANN-Direktor und Mitglied des zivilgesellschaftlichen WSIS-Büros in Genf. Auch Markus Beckedahl vom WSIS-Koordinierungskreis beurteilt die hohen Kosten als "inakzeptabel für einen Weltinformationsgipfel" .

Allerdings scheint sich eine Lösung abzuzeichnen, wenn auch nicht seitens der Veranstalter: Auf Inititiative von zivilgesellschaftlichen Gruppen auf dem WSIS sollen mit Hilfe von Wireless-LAN freie Netzwerke auf dem Gipfelgelände entstehen.


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