Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Spieletest: Secret Weapons Over Normandy

Flug-Action mit wenig Spannung. "Secret Weapons Over Normandy" soll in die Fußstapfen des betagten Lucas-Arts-Klassikers "Secret Weapons of the Luftwaffe" treten und bietet sowohl auf dem PC als auch auf den Spielekonsolen Sony PlayStation 2 und Xbox jeweils 30 Missionen, bei denen man mit einem von über 20 Flugzeugmodellen in die Schlacht ziehen kann.
/ Andreas Donath
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Das Spiel verspricht erst gar nicht, eine Flugsimulation mit der Nachahmung der realen Vorbilder, ihrer Flugeigenschaften und Waffenwirkung zu sein – vielmehr handelt es sich bei Secret Weapons Over Normandy um ein Action-Flugspiel. Neben der Evakuierung bei Dünkirchen kann man hier unter anderem an der Luftschlacht um England, diversen Einsätzen in Nordafrika, in Westeuropa, im Pazifik und sogar in Russland auf Seite der Alliierten teilnehmen.

Als amerikanischer Pilot namens James Chase tritt man der Royal Airforce bei und wird dann einer fiktiven, geheimen Flugstaffel, den Blackhawks, zugeteilt, die gegen eine geheimnisvolle Luftwaffeneinheit antreten. Beide Seiten, sowohl die Blackhawks als auch die Nemesis-Staffel, verfügen über prototypische Flugzeuge mit für die damalige Zeit unglaublichen Flugeigenschaften, woraus sich dann auch der Titel erklärt. Dabei werden nicht nur bekannte Typen wie die ME262, sondern auch rein erfundene Muster eingeführt. Die Steuerung ist für die Spielekonsolen-Pads besonders geeignet, da man außer der Schub-, Richtungs- und Waffenkontrolle und der Zielwahl keine Eingaben tätigen muss. Will man das Spiel auf dem PC spielen, empfielt sich auch hier der Einsatz eines Gamepads, das einem Joystick oder gar der Tastatur bei dieser Spielart überlegen ist.

Die einzelnen Missionen werden durch Tagebucheinträge und Schwarz-Weiß-Filme eingeleitet, sind ansonsten jedoch nicht durch eine Storyline miteinander verbunden. In den meisten Fällen kann man zwar nicht bestimmen, welches der zur Verfügung stehenden Flugzeuge man für den jeweiligen Einsatz benutzen möchte, bei der Bewaffnung kann man jedoch frei wählen, auch wenn die vorgeschlagenen Optionen meist die richtigen sind.

Nach jeder erfolgreich abgeschlossenen Mission erhält man mehr oder weniger viele Punkte, die man zur Verbesserung der Eigenschaften der Flugzeuge verwenden kann. Neben der Panzerung und der Wendigkeit lassen sich unter anderem auch die Munitionsbestände so aufbessern.

Innerhalb der Mission erhält man über den Funkverkehr automatisch Hinweise zu besonders wichtigen Zielen, neue sekundäre Aufgaben und allerlei weitere Informationen. Das Spiel ist nicht besonders schwer zu bewältigen, manchmal muss man allerdings, um aufzumunitionieren oder für Reparaturen auf den sparsam verteilten Flugfeldern landen, um die Mission überhaupt bestehen zu können. Mit einer zeitlupenartigen Funktion kann man zudem den Schwierigkeitsgrad mitten im Spiel reduzieren und so besser zielen und manövrieren.

Im Multiplayermodus der Konsolenversion kann man mit einem zweigeteilten Bildschirm auch gegen Freunde fliegen oder rundenbasiert vergleichen, wie viele Flugzeuge man in einer festgelegten Zeit vom Himmel holen kann. Eine Online-Variante ist leider nirgends vorhanden.

Die Grafik des Spiels ist auf allen Plattformen die gleiche, auf dem PC gibt es lediglich mit der Auflösung und einigen Grafikdetails Differenzierungsmöglichkeiten. Im Endeffekt sehen die unterschiedlichen Versionen alle gleich durchschnittlich aus – weder sind die Flugzeugmodelle besonders detailliert oder die Grafikeffekte spektakulär. Den optischen Eindruck kann man deshalb als eher mittelmäßig beschreiben. Der Tonbereich wird vor allem durch die zahlreichen Funksprüche und die stimmige und wenig nervige Musik (die sich auch abstellen lässt) bestimmt – Soundeffekte bei der Xbox-Version erstrecken sich auf alle sechs Kanäle, so dass man die gegnerischen Flugzeuge auch von hinten heranrauschen hört, wenn man ein entsprechendes Lautsprecher-Setup aufgebaut hat.

Fazit:
Secret Weapons Over Normandy ist kein besonders herausragender Titel – er bietet eher solide Action-Kost ohne besondere Schnörkel wie Spitzenleistungen bei der Grafik oder im Gameplay. Das Spiel ist zwar kein Flop, doch auf Dauer sind das immer wiederkehrende Spielprinzip, die relative Ähnlichkeit der Missionen und der durchschnittliche Schwierigkeitsgrad kein besonderer Anreiz.


Relevante Themen