Genesi: PPC-Board Pegasos II fertig - 64-Bit-Board folgt
Das 23,6 x 17,2 cm große MicroATX-Mainboard "Pegasos II" fasst Prozessorsteckkarten mit IBMs stromsparendem, passiv kühlbaren PowerPC 750CXe (G3) mit 600 MHz oder dem schnelleren Motorola MPC7447 (G4), den es mit Taktraten ab 1 GHz gibt. Dank des Marvell-Chipsatzes MV64361 Discovery II kann endlich das schnellere DDR266-SDRAM und nicht mehr nur PC133-SDRAM genutzt werden. Über zwei DIMM-Sockel können bis zu 8 GByte Hauptspeicher angesprochen werden, sofern entsprechend große Speichermodule vorhanden sind.
Beim Pegasos II werden ein AGP-2X-Steckplatz, drei 32-Bit-33-MHz-PCI-Steckplätze, ein Firwire400- und zwei USB-1.1-Schnittstellen zur Erweiterung geboten. Genesi spricht noch von PCI-X-Unterstützung, was bei den im Handel angebotenen Boards jedoch nicht zu finden ist. Ebenfalls neu ist, dass Pegasos II neben einem 10/100-Mbps-Ethernet-Controller (VIA Rhine) auch mit Gigabit-Ethernet aufwartet, während wie beim Vorgänger die analoge und digitale Soundausgabe ein AC97-konformer Sigmatel-STAC-9766-Codec erledigt. Daneben gibt es eine serielle (RS232), eine parallele (Centronics) und eine Joystick-Schnittstelle (Gameport für PC-kompatible Joysticks), zwei ATA100-kompatible IDE-Schnittstellen für bis zu vier ATA-/IDE-Geräte und einen Anschluss für Diskettenlaufwerke. Serial-ATA bietet auch Pegasos II leider noch nicht.
Ihren Einsatz finden sollen die als "Ready for IBM Technology" abgesegneten Pegasos-Boards in Embedded-Systemen, Set-Top-Boxen, Servern und Arbeitsplatzrechnern. Das Open-Firmware-BIOS der Boards soll flexibel auf die Anwendungsgebiete anpassbar sein. Pegasos II und Vorgänger unterstützen verschiedene Linux- und BSD-Varianten sowie den von Genesi stammenden AmigaOS-Konkurrenten MorphOS. Den Boards liegen die beiden Betriebssysteme MorphOS und Debian GNU/Linux mit Mac-on-Linux bei.
Zumindest beim deutschen Genesi-Vertriebspartner Vesalia Computer ist das Pegasos II bereits gelistet: Mit 600-MHz-G3-CPU, MorphOS CD und Linux kostet es 346,90 Euro, mit 1-GHz-G4-CPU und gleicher Software-Ausstattung 578,90 Euro, jeweils zzgl. Versandkosten. Auf der Website des zweiten Genesi-Händlers "Axel Knabe Büro- und Informationsservice" wird das Board zwar schon erwähnt, aber noch ohne Preis gelistet.
In der zweiten Dezemberwoche 2003 will Genesi zudem die Server-Plattform Pegasos Guardian, ein Paket aus Hard- und Software, vorstellen, mit dem die Netzwerksicherheit erhöht werden soll. Damit will der Hersteller sowohl im Workstation-, Server- als auch im Embedded-Bereich ein Zuhause finden.
Den Workstation-Bereich will Genesi-Chef Bill Buck in enger Zusammenarbeit mit IBM in Form einer für 2004 erwarteten 64-Bit-Pegasos-Workstation stärken. Mehr als dass darin ein IBMs PowerPC-970-Prozessor sein Werk verrichten wird, ist jedoch noch nicht bekannt. Eine 64-Bit-Version wurde in dem Zusammenhang nicht erwähnt, wohl aber Linux.
Nachtrag:
Wie Vesalia auf Nachfrage der Redaktion mitteilte, wird das Pegasus II voraussichtlich erst Mitte Dezember 2003 produziert und ausgeliefert. Interessenten müssen sich also noch etwas gedulden.



