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Musikwirtschaft mahnt über 100 "Kopierschutzknacker" ab

Landgericht München erlässt einstweilige Verfügung. Die deutschen Phonoverbände gehen nach eigenen Angaben entschlossen gegen Anbieter von Software vor, mit der sich Kopierschutzmechanismen umgehen lassen. Bereits mehr als 100 Anbieter derartiger Tools sollen ermittelt und abgemahnt worden sein.
/ Thorsten Wiesner
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Bei ihren Aktionen berufen sich die Phonoverbände auf das seit Mitte September 2003 novellierte Urheberrechtsgesetz, laut dem die Umgehung von Kopierschutzsystemen, aber auch das Angebot von Umgehungsvorrichtungen – beispielsweise Software, die den Kopierschutz von CDs und DVDs aushebelt – verboten sind. "Das Angebot von Software zum Knacken eines Kopierschutzes ist verboten, und wer dagegen verstößt, bekommt Ärger" , droht Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände. "In den letzten Wochen wurden mehr als 100 Fälle ermittelt. Die Rechtsverletzer erhalten jetzt kostenpflichtige Abmahnungen, auch eine einstweilige Verfügung gegen einen Anbieter wurde bereits erwirkt."

Koordiniert und geführt wurden die Ermittlungen durch die auf Pirateriebekämpfung spezialisierte Münchner Kanzlei Waldorf Rechtsanwälte, unterstützt von der Hamburger proMedia GmbH. Aktuell geht die Kanzlei im Auftrag der Mitgliedsfirmen der Deutschen Landesgruppe der IFPI gegen die Verantwortlichen vor. Gegen einen der Anbieter wurde beim Landgericht München bereits eine einstweilige Verfügung erwirkt. Weitere einstweilige Verfügungen sollen folgen, wenn sich einzelne der Anbieter weigern, den Abmahnungen Folge zu leisten.

Gerd Gebhardt weiter: "Wir nehmen illegale Angebote zum Kopierschutzknacken nicht hin und werden das neue Urheberrecht in der Praxis durchsetzen. Wer den Diebstahl von Musik mit Hilfe illegaler Technik unterstützt, muss schon mal für Schadenersatz sparen."

In den vergangenen Wochen hatten allerdings diverse Anbieter von Kopier-Software die Rechtmäßigkeit des neuen Urheberrechtsgesetz angezweifelt. S.A.D. beispielsweise ließ ein neues Rechtsgutachten anfertigen und nahm dieses zum Anlass, die eigene Software wieder in vollem Umfang in den Handel zu bringen .


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