Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Auch in Server von FSF und Gentoo wurde eingebrochen

Free Software Foundation und Debian wollen eng zusammenarbeiten. Nachdem am 21. November 2003 bekannt wurde, dass Unbekannte eine Sicherheitslücke im Linux-Kernel nutzten und in die Server des Debian-Projekts eingedrungen sind, wurden jetzt auch Einbrüche in Server von Gentoo und der Free Software Foundation (FSF) bekannt.
/ Jens Ihlenfeld
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Betroffen ist das Savannah-System der FSF, in das am 2. November 2003 eingebrochen wurde. Nachdem der Einbruch, der offenbar ähnlich ablief wie auf den Debian-Servern, am 1. Dezember 2003 entdeckt wurde, ist man derzeit dabei, das System neu aufzusetzen. Dabei arbeitet die FSF eng mit dem Debian-Projekt zusammen, trotz philosophischer Differenzen, wie es heißt. Um in Zukunft die Sicherheit der Systeme zu erhöhen, will man zudem eng mit dem Debian-Projekt zusammenarbeiten.

Der Einbruch in einen der Rsync-Server des Gentoo-Projekts geschah am 2. Dezember 2003. Dabei handelt es sich nach Angaben des Debian-Projekts nicht um einen Server, der zur offiziellen Gentoo-Infrastruktur zählt. Das System wurde aus der "rsync.*.gentoo.org -Rotation" entfernt, die Entwickler versichern aber, dass es keine Anzeichen gebe, dass der Portage-Baum auf dem System verändert wurde.

Die Angriffe wurden durch eine Sicherheitslücke im Linux-Kernel möglich, die bereits im September entdeckt wurde. Dabei nutzten die Einbrecher einen "Integer-Overflow" im brk-Systemaufruf, mit dem sich Zugriff auf den gesamten Speicher und somit Root-Rechte erlangen lassen. Zwar existiert für das von Kernel-Entwickler Andrew Morton entdeckte Problem ein entsprechender Patch, dieser schaffte es aber nicht mehr in den Linux-Kernel 2.4.22. Im Kernel 2.4.23, der am vergangenen Wochenende erschienen ist, ist dieses Problem beseitigt. Auch der aktuelle Test-Kernel 2.6 ist bis zur Version 2.6-test5 betroffen.


Relevante Themen