Spieltest: Baphomets Fluch 3 - Adventure-Klassiker wieder da
Spiel für PC sowie Xbox und PlayStation 2 erhältlich. Der Name Baphomets Fluch wird bei vielen Adventure-Spielern noch immer ein freudiges Lächeln auf das Gesicht zaubern – auch wenn die bisher letzte Veröffentlichung in der Reihe bereits sechs Jahre zurückliegt, gehören die beiden ersten Teile zu den Sternstunden der Adventure-Geschichte. Leider ist es eher unwahrscheinlich, dass das seit kurzem erhältliche "Der schlafende Drache" den legendären Ruf der Reihe fortführen kann.
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Inhaltlich werden Fans der Vorgänger schnell Anknüpfungspunkte finden – schließlich kennt man die beiden Haupthelden George und Nico bereits aus dem ersten Teil. George ist mittlerweile ein ausgebildeter Anwalt, der sich auf Grund eines Auftrags auf dem Weg in den Kongo befindet, Nico jobbt weiterhin als Journalistin und will als Nächstes ein Interview mit einem Hacker machen. Beiden kommt allerdings etwas dazwischen – schon in den ersten Spielminuten gibt es gleich zwei Morde zu sehen. Und natürlich finden die beiden zu Beginn vollkommen voneinander getrennt ablaufenden Handlungsstränge im späteren Spielverlauf auch noch zusammen, so dass das ehemalige Liebespaar sich bald wieder näher kommt, als noch zu Beginn angenommen.
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Inhaltlich mögen also Anknüpfungspunkte bestehen, spielerisch hat man Baphomets Fluch 3 allerdings komplett umgekrempelt – statt Point&Click und 2D ist hier Tastatur (bzw. Pad-Steuerung) und 3D angesagt. Auch die Art der Rätsel hat sich geändert: Standen früher die typischen Objekt-Kombinationsrätsel im Mittelpunkt, spielt das Inventar jetzt nur noch eine untergeordnete Rolle – meist findet man an der einen Stelle einen Schlüssel und kann ihn schon ein paar Schritte weiter bereits benutzen.
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Im Gegenzug wurden viele neue Elemente integriert, die bei einigen wohl mehr Frust als Lust auslösen werden. So gibt es beispielsweise diverse Kletter-Einlagen, bei denen man im Gebirge, an Abhängen oder durch enge Höhlen kraxelt. Angst vor dem zu frühen Ableben muss man dabei nicht haben – das Runterfallen ist nämlich unmöglich. Dafür ist das Weiterkommen teilweise aber auch alles andere als leicht: Steht man nicht genau am von den Entwicklern hierfür vorgesehenen Punkt, bekommt man auch kein Aktionssymbol angezeigt und kommt nicht weiter. Wer sich also etwa an einem Vorsprung hochziehen will, kann das Pech haben, dass es nicht weitergeht – nur, weil man an der rechten und nicht wie vom Programm gewünscht linken Ecke steht.
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Ebenfalls neu sind zahlreiche Kisten- und Schalter-Rätsel. So schiebt man unzählige Kartons und Boxen hin und her, nur um so Knöpfe freizulegen oder versteckte Eingänge zu erklimmen. Dann wieder gibt es kleinere Puzzles, etwa solche, in denen man bestimmte Bodenplatten in einer ganz speziellen Reihenfolge beschreiten muss – Indiana Jones lässt grüßen.
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Kleinere Action-Einlagen verlangen Reaktionsschnelligkeit vom Spieler: Damit Nico zum Beispiel gleich zu Beginn Bekanntschaft mit einer Pistolenkugel macht, muss sie der Angreiferin die Kühlschranktür vor die Nase brettern – und zwar genau in dem Moment, in dem das Symbol dafür am Bildschirm erscheint. Später warten dann zusätzlich noch ein paar eher uninspiriert wirkende Schleicheinlagen. Bei all diesen Aufgaben besteht von Zeit zu Zeit zwar die Möglichkeit zu sterben, allerdings ist das nicht wirklich schlimm – man beginnt das Spiel dann genau an der Stelle, wo man zuvor einen Fehler begangen hat.
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Natürlich führt man Adventure-typisch mit vielen verschiedenen Charakteren zahlreiche Gespräche, die Möglichkeit der Einflussnahme ist hier aber sehr eingeschränkt – durch Auswahl bestimmter Piktogramme kann nur bestimmt werden, welches Thema als Nächstes angeschnitten wird, alternative Antwortmöglichkeiten gibt es nicht. Zumindest sind die Dialoge sehr gut synchronisiert und enthalten zahlreiche recht witzige und flapsige Momente.
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Optisch ist Baphomets Fluch 3 zwar weder auf Konsolen noch am PC eine Sensation, die stimmungsvollen Szenerien und die größtenteils guten Animationen überzeugen aber weitgehend. Auch die Steuerung ist gut gelungen: Auf den Konsolen klappt die Bedienung per Pad hevorragend, am PC kann man wahlweise mit Tastatur oder ebenfalls mit Pad antreten – und ist mit beiden Varianten gut bedient.
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Verfügt man sowohl über Xbox bzw. PS2 als auch einen PC sollte man allerdings unbedingt zur PC-Version des Spiels greifen – bei der technischen Umsetzung auf der Konsole wurde leider teilweise arg geschlampt. Am schlimmsten sind die Ladezeiten: PS2- und Xbox-Spieler müssen beständig fast eine halbe Minute warten, um von einer Szenerie zur nächsten zu gelangen; wer viel umherläuft, verbringt also äußerst viel Zeit mit dem Ladebildschirm. So verlängert sich die Spielzeit von etwa 12 bis 15 Stunden natürlich auch nochmals deutlich, was allerdings mit großem Frust seitens der Spieler erkauft wird. Auf der PS2 gab es zudem zeitweilig kleinere Sound-Probleme, manche Sätze klangen zum Ende hin einfach abgehackt.
Baphomets Fluch 3 – Der schlafende Drache ist ab sofort für PC, PlayStation 2 und Xbox im Handel erhältlich. Das Spiel ist freigegeben ab sechs Jahren.
Fazit: Fans der frühen Baphomets-Fluch-Spiele seien gewarnt – "Der schlafende Drache" hat mit den Klassikern spielerisch nur noch wenig gemeinsam, man fühlt sich eher an Spiele wie Tomb Raider ohne Schießeinlagen erinnert. Da der Schwierigkeitsgrad der Rätsel zumeist recht niedrig ist und man zudem viel Zeit mit den eher nervenden Kisten-Rätseln und Schleichpassagen verbringt, ist der Titel eher für Adventure-unerfahrene Einsteiger geeignet, die ein nett präsentiertes, einfaches Abenteuer mit einer überzeugenden Story erleben wollen.