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Spieletest: UFO Aftermath - Neues für XCOM-Fans

Inoffizieller Nachfolger der XCOM-Reihe. Das Spiel UFO: Enemy Unknown hat 1994 die Geschichte um die Verteidigung von Mutter Erde gegen unheimliche Aliens ins Leben gerufen. Nun – fast zehn Jahre später – setzen die noch recht unbekannten tschechischen Entwickler Altar Interactive und Cenega Publishing mit UFO: Aftermath die Reihe erneut fort.
/ Thorsten Wiesner
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Die Story knüpft dabei allerdings weder an die beiden ersten UFO-Teile noch an XCOM: Apocalypse an: Im Mai 2004 wird die Erde von einem riesigen Raumschiff besucht, das kurz darauf Sporen freisetzt, die alles Leben auf der Oberfläche vernichten – zumindest das Leben, wie man es bis dahin kannte. Mutierte Wesen, so genannte Transgenanten, die eine Kombination aus Mensch und Tier darstellen, prägen fortan das Bild.

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Die wenigen Überlebenden, die in unterirdische Bunker flüchten konnten, versuchen in den folgenden Wochen, die Reste der Zivilisation zusammenzukratzen und gründen den "Rat der Erde". Der Spieler wird von diesem Rat auserkoren, das Unternehmen Phoenix zu leiten: die Rückeroberung der Erde. Auf Grund des Fehlens eines Staatsgefüges und Geld entfällt in UFO der gesamte wirtschaftliche Aspekt. Alles Material, von den Basen über Forschung und Entwicklung sowie das Personal und dessen Ausrüstung wird vom Rat folglich kostenlos zur Verfügung gestellt.

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Das Spiel beginnt mit einer recht realistischen Ansicht des Planeten. Nur auf die Troposphäre wurde zugunsten der Übersicht verzichtet. Der Fokus des Spiels richtet sich zunächst auf zwei Basen in Nordamerika. Alternativ kann ein neu erstelltes Spiel auch in Europa oder Asien begonnen werden.

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Die angesprochenen zwei Basen stellen den Ausgangspunkt dar. Im Gegensatz zu den bekannten XCOM-Titeln kann sie der Spieler nicht käuflich erwerben und selbst ausbauen, sondern muss sie erobern. Der Basistyp ist entweder "Militär", "Forschung", "Entwicklung" oder "Anti-Biomasse" und kann jederzeit und beliebig oft gewechselt werden.

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In den Forschungs- und Produktionseinrichtungen werden neue Waffen und dringend benötigte Schutzkleidung für die Truppen entwickelt sowie die Physiologie und Technologie der Aliens entschlüsselt und letztendlich zu einem Puzzle zusammengesetzt. Die Forschungsgebiete bauen wie in einem Technologiebaum aufeinander auf. Teilweise müssen auch Artefakte im Rahmen von Missionen besorgt werden, die auch eine Untersuchung der berühmten Area 51 einschließen. Trotz mehrerer Basen, die über den Globus verteilt sind, kann immer nur ein Projekt erforscht und entwickelt werden. Ein Glossar hält den Spieler über alle Entwicklungen auf dem Laufenden, doch leider ist hier die optische Präsentation der Objekte als Mini-Videos nicht sonderlich gelungen.

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Jede neu eroberte Basis ist vorerst vom Typ Militär, um damit die Grenzen des Territoriums sichern zu können. Dort stationierte Kampfflugzeuge gehen auf die Jagd nach Luftfahrzeugen der Aliens, die nur aus nostalgischen Gründen noch UFOs genannt werden. Allerdings sind Abschlusserfolge relativ selten, solange keine besseren Waffensysteme erforscht wurden. Neben Krankenstationen und Trainingslagern beherbergt jede Militärbasis die Truppen und deren Ausrüstung sowie einen Transporthubschrauber, der die Soldaten zu ihren Einsätzen bringt. Wie es passieren konnte, dass Ausrüstung und Soldaten in jeder Militärbasis zu finden sind, bevor die Zwischen-Basis-Teleportation erfunden wurde, bleibt ein Geheimnis der Entwickler.

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Die sechs Eigenschaften der Soldaten wie Stärke und Intelligenz beeinflussen 14 Fähigkeiten der Verteidigung und Aufklärung sowie den Umgang mit verschiedenen Waffentypen. Mit jedem Einsatz erhält ein Soldat Erfahrungspunkte, die ihn in einem Stufensystem aufsteigen lassen. Nach Erreichen einer neuen Stufe darf er eine Eigenschaft verbessern. Erfüllt der Soldat bestimmte Voraussetzungen, kann er wiederum trainieren und eine von sieben Spezialisierungen erlernen, die seine Fähigkeiten weiter verbessern. Zu Beginn verfügt der Spieler über zwei durchschnittliche Soldaten, die nach und nach von neuen Rekruten unterstützt werden.

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Ein Team besteht aus maximal sieben Soldaten, wobei es während des gesamten Spielverlaufs immer nur dieses eine Team gibt. Trotzdem sollten die neuen Rekruten schon zu Beginn eingesetzt werden. Auf diese Weise können sie die alten Hasen, die öfter das Lazarett besuchen, in den Missionen angemessen vertreten. Die Ausrüstung besteht aus diversen Handfeuerwaffen, Gewehren, Raketenwerfern und Granaten irdischer Herkunft, die bis auf wenige Ausnahmen kaum zu gebrauchen sind. Es ist zwingend erforderlich, die Laser- und Plasmawaffen der Aliens zu erforschen und entsprechende Schutzkleidung zu entwickeln.

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Die Missionsziele reichen von Aufklärung und Eroberung über Gefangennahmen und Rettungsmissionen bis hin zu Einsätzen, die für den roten Faden der Story unbedingt erforderlich sind. Es gibt keinen "Fog of War" und die gesamte Karte ist – samt Missionszielen, aber ohne Gegner – für die Planung von vornherein einsehbar.

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UFO: Aftermath nutzt für die taktischen Einsätze das Simultaneous-Action-System. Der Unterschied zum Echtzeit-System ist, dass der Spieler die Zeit beliebig oft anhalten und in drei Geschwindigkeitsstufen laufen lassen kann. Das ist nicht neu, denn schon XCOM: Apocalypse kannte dieses System: Der Spieler erteilt einem Soldaten in der Pause eine Befehlskette wie "dorthin bewegen", "hinknien", "Waffe wechseln", "beobachten" und "Feind angreifen". Die Wegpunkte und Meldungen der Soldaten sind farblich voneinander getrennt, was der Übersicht sehr zugute kommt. Dann startet der Spieler den Spielzug, woraufhin die Befehlskette abgearbeitet wird. Bestimmte Ereignisse, etwa die Sichtung eines Aliens, stoppen die Zeit automatisch und lassen den Spieler die nächsten Schritte planen.

Angesichts der Transgenanten ist verständlicherweise nicht von künstlicher Intelligenz zu sprechen. Leider haben auch die "echten" Aliens dem Spieler nur ihre enorme Feuerkraft entgegenzusetzen. Zwar setzen sie schwer verwundet zur Flucht an, lassen aber sonst kein taktisches Vorgehen erkennen. Trotzdem ist häufiges Speichern auf Grund des hohen Schwierigkeitsgrades während der Missionen ratsam.

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Die Spielumgebung macht in zweierlei Hinsicht einen soliden Eindruck: Die grafische Ausarbeitung der Geländetypen wie Stadt, Wüste, Bergland und Arktis sind ansprechend, auch wenn vor allem in Städten, Basen und einigen öden Landstrichen mehr Details gut getan hätten. Solide ist die Umgebung auch im wörtlichen Sinne, denn nur wenige Objekte wie Zäune und Türen können zerstört werden. Dazu gehört auch, dass Häuser unzugänglich sind, wodurch dem Spieler wichtige taktische Möglichkeiten genommen wurden. Eine massiv zerstörte Umgebung hätte letztendlich auch viel zur Atmosphäre beigetragen. Ideal wäre hier eine Spiel-Physik gewesen, wie sie etwa in Silent Storm zum Einsatz kommt.

Auch die Darstellung der Transgenanten, der Aliens und der eigenen Soldaten hätte mehr Details und etwas Abwechslung vertragen können, denn an den Einheiten ist außer der primären Waffe keine individuelle Ausrüstung oder Kleidung zu erkennen. Die Animationen sind annehmbar gut gelungen, es gibt neben Laufen, Gehen und Hinknien aber kaum Bewegungsmöglichkeiten. Die musikalische Untermalung ist angenehm und hält sich dezent im Hintergrund. Die gesprochenen Kommentare der Einheiten lassen sich glücklicherweise deaktivieren.

UFO: Aftermath kann auf Windows 98/2000/XP installiert werden und benötigt dafür 1 GByte Festplattenspeicher. Empfohlen wird ein 2-GHz-System mit 64 MByte Grafikkarte und 256 MByte RAM. Als Minimum ist ein PIII mit 500 MHz angegeben. Mittlerweile steht ein Patch auf Version 1.2 zum Download(öffnet im neuen Fenster) bereit, der einige wichtige Bugs behebt: Zum Beispiel gehen in einer 2-Phasen-Mission keine zurückgelassenen Einheiten verloren und die Voraussetzungen zur Erforschung der Alien-Kraftstoffzellen können nun erreicht werden.

Fazit:
UFO: Aftermath hinterlässt ein zwiespältiges Gefühl. Fans der Vorgängerversionen werden das Wirtschaftssystem, den Basenbau sowie einige taktische Möglichkeiten vermissen. Dennoch ist UFO ein sehr komplexes Spiel und für Fans der Vorgänger oder Akte X allein schon des Themas wegen ein Muss. Die gute Hintergrundgeschichte sowie die Ausbildung der Soldaten und die tiefgehende Forschung garantieren eine lange Spieldauer. Wer aber lediglich ein taktisches Spiel mit Rollenspielelementen und Einzelsteuerung der Soldaten sucht, ist beispielsweise mit Silent Storm besser bedient. [Von Alexander Vock]


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