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Flachdisplay zeigt dreidimensionale Bilder im Operationssaal

Ohne Spezialbrillen und ähnliche Hilfsmittel nutzbar. Ärzte sollen jetzt einen noch besseren räumlichen Einblick in den menschlichen Körper bekommen: Siemens hat ein Flachdisplay entwickelt, das Farbbilder dreidimensional darstellt. Völlig ohne Hilfsmittel wie Spezialbrillen können damit mehrere Personen aus verschiedenen Blickwinkeln und Entfernungen 3D-Bilder beispielsweise von Röntgensystemen, Computertomographen oder Ultraschallgeräten betrachten.
/ Andreas Donath
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Die Displayhersteller von Siemens in Karlsruhe verwenden für ihr 18-Zoll-Flüssigkristalldisplay eine Technik des US-Unternehmens X3D. Dabei sitzt ein Filter vor dem Display, der exakt vor jedem einzelnen Farbpixel eine winzige Blende setzt. So erhalten das linke und das rechte Auge des Betrachters unterschiedliche visuelle Informationen, was im Gehirn den Eindruck von drei Dimensionen entstehen lässt. Siemens Automation and Drives (A&D) und X3D Technologies Corporation (X3D) haben einen exklusiven Kooperationsvertrag für die Vermarktung von 3D-Displays für medizinische Anwendungen unterzeichnet.

Das 18,1-Zoll-Display SXD³ 1899 mit einer Auflösung von 1.280 x 1.024 Punkten arbeitet zur 3D-Darsellung mit einem "Wave length sensitive filter array" und hat einen Betrachtungswinkel von 170 Grad in beide Hauptrichtungen. Es soll ab Februar 2004 erhältlich sein. Der Preis ist nicht bekannt.

Mit den neuen Displays kann der Arzt anhand von 3D-Modellen vorzubereitende Eingriffe realitätsnah und plastisch in 3D darstellen. So lässt sich beispielsweise feststellen, ob ein Blutgefäß vor oder hinter einem anderen liegt. Die 3D-Darstellung soll in nahezu allen Anwendungen der medizinischen Bilddarstellung und -verarbeitung Vorteile bieten, etwa bei Angiographie-, CT- (Computertomographie-), MRI- (Magnetic-Resonance-Imaging-) und Ultraschalluntersuchungen.

Bisher vermitteln Display-Bilder aus dem Körperinneren mit Hilfe von Software-Techniken nur einen Pseudo-Tiefeneindruck. Mediziner sind indes darauf trainiert, in drei Dimensionen zu denken. Möglich sind auch diagnostische Anwendungen bei anderen bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomographie oder in der Endoskopie, wo Ärzte heute meist eine Stereobrille tragen. Ultraschallgeräte, die Bilder heute bereits in drei Dimensionen aufnehmen, vermitteln werdenden Müttern auf dem Display einen extrem realistischen Eindruck von ihren ungeborenen Kindern.

Das System stellt Siemens auf dem Kongress der Radiologischen Gesellschaft Nordamerikas (RSNA) in Chicago (bis 5. Dezember) vor. Auf dem Kongress zeigt Siemens unter anderem eine Anwendung in der Angiographie. Hier ist es für den Arzt während eines Eingriffs hilfreich, wenn er die Blutgefäße und deren Lage zueinander dreidimensional sehen kann. Dadurch kann er über sein weiteres Vorgehen fundierter entscheiden und den Fall mit Kollegen bequem am Bildschirm besprechen.


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