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Philips-Forscher erzielten 16fache DVD+R-Aufnahme

Technische Entwicklung als Grundlage für 16fach-DVD+R-Standard für 2004. Philips will in seinem niederländischen Forschungslabor die höchste bisher erreichbare DVD-Schreibgeschwindigkeit erzielt haben: Mit 16facher Schreibgeschwindigkeit konnte ein DVD+R-Rohling in weniger als 6 Minuten mit Daten gefüllt werden.
/ Christian Klaß
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Im November 2003 wurden die Ergebnisse beim International Symposium on Optical Memory (ISOM) in Japan präsentiert und mit dem "Best Poster Award" ausgezeichnet, berichtet Philips. Die neue Technik soll Grundlage für den 16x-DVD+R-Aufnahmestandard bilden, der 2004 von der DVD+RW-Allianz definiert werde.

Zur Realisierung und Durchführung derartig hoher Schreibgeschwindigkeiten sei die Entwicklung optimierter "Schreibstrategien" nötig. Timing und die Stärke der Laserimpulse müssten derart gut abgestimmt sein, dass Markierungen - die für digitale Nullen und Einsen stehen - mit der korrekten Länge auf der organischen Beschichtung der DVD bei zunehmender Aufnahmegeschwindigkeit fehlerfrei erzeugt werden. Problematisch ist dabei auch die damit immer kürzer werdende Zeit zum Aufheizen und Abkühlen einer Markierungsstelle.

Um Aufnahmen in 16facher Geschwindigkeit möglich zu machen, entwickelten die Philips-Forscher einen genaueren Schreib-Algorithmus, der dank begrenzter Anzahl an Parametern einfach in DVD-Brenner integriert werden können soll. Darüber hinaus musste aber auch der Rekorder-Aufbau überarbeitet werden, unter anderem durch die Entwicklung schneller Laser-Regelelektronik, die für die 16fache Schreibgeschwindigkeit mit 420 MHz läuft. Um die erforderliche Aufnahmeleistung zu erreichen, wurde ein Prototyp eines leistungsstarken Lasers verwendet.

Eine noch höhere Schreibgeschwindigkeit würde laut Philips die höchste sichere Rotationsgeschwindigkeit der Polycarbonatscheiben überschreiten und zudem so viel Energie beanspruchen, dass die DVD in Resonanz geraten und schließlich brechen würde. Bei der nun erreichten 16fachen Schreibgeschwindigkeit dreht sich die DVD bereits 180-mal pro Sekunde, was einer linearen Geschwindigkeit von 56 Meter pro Sekunde (über 200 km/h) entspreche. Die notwendige hohe Präzision stelle bei diesen Geschwindigkeiten eine zusätzliche Herausforderung dar, da die Markierungen mit einer Präzision von weniger als 0,05 Mikrometer gebrannt werden.

Philips bezeichnet die Ergebnisse als einen wichtigen Schritt im Wettbewerb um die verschiedenen DVD-Standards. Sowohl DVD-R als auch DVD+R können derzeit mit bis zu 8facher Geschwindigkeit beschrieben werden, die Laufwerke sind aber noch Mangelware bzw. im Falle von DVD-R erst ab Januar 2004 verfügbar.


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