Teure Musikdownloads und mehr Erotik per Handy geplant
"Schon jetzt kostet ein Klingelton von Bohlen-Sternchen Yvonne Catterfeld 1,99 Euro. Mit Screensavern, Spielen und vor allem den Sounds erwirtschaften die Firmen in Deutschland allein in diesem Jahr 150 bis 200 Millionen Euro" , erläuterte der Chefredakteur des Mobilfunkportals Xonio.com, Axel Burkert, im Nachrichtenmagazin Focus. Burkert rechnet bei den neuen Mobilfunk-Musikdiensten "mit Preisen nicht unter drei bis vier Euro pro Stück" .
Die Netzbetreiber begründen die hohen Tarife zum Teil mit finanziellen Forderungen von Künstlern, Komponisten und Autoren. "Unsere Lizenzbelastung ist bereits bei Klingelton-Downloads in Deutschland zu hoch" , sagte der Leiter Content Services Vodafone live, Dirk Hemmerden. Derzeit verhandeln die Mobilfunkfirmen mit der Musikbranche und der Verwertungsgesellschaft Gema über die Bezahlung der Musiker und Texter.
Mit 'O2 Music' startete O2 den ersten europäischen mobilen Musik-Download-Dienst, der zum Start allerdings nur den britischen Kunden des Mobilfunknetz-Betreibers zur Verfügung steht. In Deutschland sollen die kostenpflichtigen Musik-Downloads, die den Erwerb des von Siemens hergestellten "O2 Digital Music Player" (O2 DMP) und ein GPRS-Handy mit Infrarot-Schnittstelle oder Datenkabel voraussetzen, erst 2004 möglich werden. In Großbritannien kostet ein Song durchschnittlich 1,5 britische Pfund, umgerechnet also etwa 2,15 Euro.
Auch die Sex-Offerten wollen die Netzbetreiber deutlich ausbauen. Sobald technische Verfahren für den Jugendschutz auf dem Markt sind, sollen beispielsweise vermehrt kleine Erotik-Videos über die Displays flimmern. "Aber wir achten darauf, dass alle Angebote für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben sind. Bei uns bleibt alles oberhalb der Gürtellinie" , versicherte der Produktchef bei o2, Lutz Schüler. Die Ausbau-Pläne treffen bei Inhaltelieferanten auf positive Resonanz.
Oliver Pfeiffer, bei Beate Uhse in Flensburg verantwortlich für den Bereich Geschäftsentwicklung, sagte Focus: "Pro Monat steigen unsere Umsätze auf den mobilen Portalen um zehn bis 20 Prozent."