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Spezial: Grafikkartentausch - Längeres Leben fürs Notebook?

Alienware, ATI und Nvidia über aufrüstbare Notebooks. Mit der Einführung der ersten Notebook-Serie mit austauschbaren Mini-AGP-Grafikkarten ermöglicht der PC-Hersteller Alienware erstmals, die Lebenszeit von Notebooks in Hinsicht auf 3D-Grafikleistung zu verlängern. Golem.de sprach mit Alienware, ATI und Nvidia über Sinn und Zukunft derartiger Aufrüstmöglichkeiten.
/ Christian Klaß
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Für den Kunden ergebe sich durch die Notebook-Grafik-Aufrüstung laut David Estrada, Alienwares Produktmanager für Notebooks, nicht nur eine längere Lebensdauer der Geräte, sondern auch eine Aufrüstung ohne großen Aufwand und die Wahl, ein einzelnes System entweder mit ATI- oder Nvidia-Produkten bestücken zu können. Ob ein Aufrüsten Sinn ergebe, hänge letztendlich am Kunden: "Wenn es sich um einen Gamer und/oder einen Enthusiasten handelt, dann macht es viel Sinn, mit der Technik mitzuhalten. Anstatt ein komplett neues Notebook wegen dessen Grafikkarte zu kaufen, kauft man nur die Grafikkarte. Und anstatt das System zum Hersteller zu senden, die ganzen Versandkosten und die Aufrüstarbeit zu zahlen, kann der Kunde die Aufrüstung zu Hause selbst in weniger als 10 Minuten durchführen", so David Estrada.

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Zwar entwickelt Alienware die in der S-4m getauften Notebook-Serie verbauten Mainboards sowie die Grafikmodule nicht selbst, ist aber an der Entwicklung indirekt beteiligt und sieht sich als Vorreiter, der die restliche Industrie mitziehen will. Auch andere Hersteller scheinen laut Estrada langsam die Wichtigkeit von Aufrüstbarkeit zu erkennen, noch steht Alienware in den USA und Europa mit einem derartigen Angebot allerdings alleine da. Solange kein Standard in Sicht ist, dürfte sich das so schnell nicht ändern, da es derzeit keine wirklichen Standardisierungsbestrebungen zu geben scheint.

Alienware sieht in seinen gerade erst eingeführten Mini-AGP-Modulen keinen künftigen Standard, vielmehr erwartet man, dass die von der PC-Industrie für das Jahr 2004 geplante Einführung des PCI-/AGP-Nachfolgers PCI Express sich auch auf den Notebook-Markt auswirken wird. Auch ATI zeigt sich überzeugt, dass PCI Express die Zukunft ist: "PCI Express wird auch Dinge ermöglichen, die heute entweder unmöglich oder nicht verfügbar sind. Das könnte für austauschbare Notebook-Grafikmodule sehr wohl der Fall sein", so Simon Raby, ATIs europäischer Produktmanager für Notebook- und Onboard-Grafik. Dennoch scheint sich ein Standard noch nicht abzuzeichnen, vielleicht können aber der Vorstoß von Alienware und das dadurch gestärkte Interesse seitens der Kundschaft etwas in Bewegung bringen.

Jens Neuschafer, seit kurzem Produkt-PR-Manager Zentraleuropa bei Nvidia Deutschland, betont: "Es müsste einen festgelegten Standard für Modulgröße, Stromverbrauch und Wärmeabgabe geben. Nach diesem Standard müssten dann alle Geräte produziert werden, die Grafik-Steckmodule unterstützen würden." Laut PC-Hersteller Alienware muss bei der Entwicklung von Notebooks mit austauschbaren Grafikmodulen auch darauf geachtet werden, dass die elektromagnetische Strahlung im Bereich des Erlaubten liegt. "Notebooks sind, so wie wir sie im Moment kennen, auf bestimmte Hardware-Konfigurationen feinabgestimmt. Das mögliche Auftauchen von Erweiterbarkeit wird definitiv von deutlich komplexeren Qualifizierungsprozessen auf Seiten des Herstellers begleitet werden, um eine perfekte Funktion mit allen da draußen vorstellbaren Kombinationen gewährleisten zu können", heißt es dazu von ATI.

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Dass nicht nur Notebook-Hersteller und deren Kunden, sondern auch ATI und Nvidia Interesse an der Etablierung von Notebook-Grafikmodulen haben, dürfte nicht verwundern. David Estrada bringt es auf den Punkt: "Notebooks werden im Privatbereich mehr und mehr zum Standard, so dass ATI und Nvidia an Endkunden liebend gerne mehrere Grafikprozessoren pro Notebook verkaufen, anstatt nur durch Notebook-Neukäufe zu profitieren." Gegenüber Golem.de gaben sowohl ATI als auch Nvidia an, eng mit Notebook-Herstellern zusammenzuarbeiten. Fehlt nur noch eine Zusammenarbeit der Notebook-Hersteller untereinander, um Standards zu setzen.

"Der Kauf eines Notebooks ist heute eine größere Investition als der Kauf eines Desktops, obwohl sich die Lücke langsam schließt. Wie ihre Leser wissen, entwickelt sich die Technik sehr schnell. Die Erweiterbarkeit scheint deshalb der einzige Weg zu sein, der es Nutzern erlaubt, ihre Anwendungen stets auf der aktuellsten und besten Hardware laufen zu lassen, ohne dafür sein Haus verpfänden zu müssen", scherzt Simon Raby von ATI.

Allerdings muss sich im Falle von Alienware noch zeigen, dass die Grafikmodule auch preislich in erträglichen Regionen liegen werden. Alienware verspricht zwar, dass die Preise für einzelne Grafikmodule nur leicht über denen liegen werden, die für vergleichbare Grafikkarten im Desktop-PC-Markt verlangt würden, allerdings fehlt die Konkurrenz und die Preise werden voraussichtlich eher auf hohem Niveau bleiben und nicht dem Preiskampf unterworfen sein. Bisher bietet Alienware seine hochpreisigen S-4m-Notebooks mit ATI-Mobility-Radeon-9600-Grafikmodul an, ein Nvidia-GeForceFX-5600-Go-Modul soll folgen und auch weitere Module wurden schon in Aussicht gestellt.

Der Redaktion stellt sich die Frage, welche Garantie der Kunde dafür hat, dass neue Grafikmodule auch in zwei bis drei Jahren oder darüber hinaus angeboten werden. David Estrada von Alienware erklärte dazu, dass man die eigene Mini-AGP-Schnittstelle unterstützen werde, solange Gehäuse und Mainboards die Hitzeentwicklung, den Strombedarf und die elektromagnetische Abstrahlung von kommenden Grafikchips verkraften.

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Da die Notebooks von Alienware mehr als leistungsfähiger Desktop-PC-Ersatz dienen, stellt sich die Frage, wie realistisch der Wunsch nach stromsparenden oder kompakteren Notebooks, Ultra-Portables und Sub-Notebooks ist: "Die in unseren Modulen eingesetzten hochgezüchteten Mobil-Grafikchips werden vermutlich weiterhin auf Desktop-Ersatz-Designs zielen. Schließlich setzen Hitzeentwicklung, Strahlung und Energiebedarf Grenzen", so Estrada. Jens Neuschafer von Nvidia erklärt, dass bei für mobile Nutzung ausgelegten Notebooks zudem die einzelnen Designs der Hersteller am unterschiedlichsten ausfallen, so dass es für diesen Bereich weniger Sinn mache, Module zu entwickeln. "Andererseits, wenn die Industrie mit den aktuellen PCMCIA-Karten vergleichbare Grafikmodule entwickeln würde, warum nicht...", so Simon Raby von ATI. Vielleicht ist dies mit dem auf PCI-Express-Technik basierenden PC-Card-Nachfolger XPress-Card denkbar – für PC-Card gibt es bisher höchstens eine Hand voll Grafikkarten, die allerdings mehr für Präsentationszwecke eingesetzt werden, während sie für Spiele nicht geeignet sind.


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