Spezial: Grafikkartentausch - Längeres Leben fürs Notebook?
Für den Kunden ergebe sich durch die Notebook-Grafik-Aufrüstung laut David Estrada, Alienwares Produktmanager für Notebooks, nicht nur eine längere Lebensdauer der Geräte, sondern auch eine Aufrüstung ohne großen Aufwand und die Wahl, ein einzelnes System entweder mit ATI- oder Nvidia-Produkten bestücken zu können. Ob ein Aufrüsten Sinn ergebe, hänge letztendlich am Kunden: "Wenn es sich um einen Gamer und/oder einen Enthusiasten handelt, dann macht es viel Sinn, mit der Technik mitzuhalten. Anstatt ein komplett neues Notebook wegen dessen Grafikkarte zu kaufen, kauft man nur die Grafikkarte. Und anstatt das System zum Hersteller zu senden, die ganzen Versandkosten und die Aufrüstarbeit zu zahlen, kann der Kunde die Aufrüstung zu Hause selbst in weniger als 10 Minuten durchführen", so David Estrada.
Alienware sieht in seinen gerade erst eingeführten Mini-AGP-Modulen keinen künftigen Standard, vielmehr erwartet man, dass die von der PC-Industrie für das Jahr 2004 geplante Einführung des PCI-/AGP-Nachfolgers PCI Express sich auch auf den Notebook-Markt auswirken wird. Auch ATI zeigt sich überzeugt, dass PCI Express die Zukunft ist: "PCI Express wird auch Dinge ermöglichen, die heute entweder unmöglich oder nicht verfügbar sind. Das könnte für austauschbare Notebook-Grafikmodule sehr wohl der Fall sein", so Simon Raby, ATIs europäischer Produktmanager für Notebook- und Onboard-Grafik. Dennoch scheint sich ein Standard noch nicht abzuzeichnen, vielleicht können aber der Vorstoß von Alienware und das dadurch gestärkte Interesse seitens der Kundschaft etwas in Bewegung bringen.
Jens Neuschafer, seit kurzem Produkt-PR-Manager Zentraleuropa bei Nvidia Deutschland, betont: "Es müsste einen festgelegten Standard für Modulgröße, Stromverbrauch und Wärmeabgabe geben. Nach diesem Standard müssten dann alle Geräte produziert werden, die Grafik-Steckmodule unterstützen würden." Laut PC-Hersteller Alienware muss bei der Entwicklung von Notebooks mit austauschbaren Grafikmodulen auch darauf geachtet werden, dass die elektromagnetische Strahlung im Bereich des Erlaubten liegt. "Notebooks sind, so wie wir sie im Moment kennen, auf bestimmte Hardware-Konfigurationen feinabgestimmt. Das mögliche Auftauchen von Erweiterbarkeit wird definitiv von deutlich komplexeren Qualifizierungsprozessen auf Seiten des Herstellers begleitet werden, um eine perfekte Funktion mit allen da draußen vorstellbaren Kombinationen gewährleisten zu können", heißt es dazu von ATI.
"Der Kauf eines Notebooks ist heute eine größere Investition als der Kauf eines Desktops, obwohl sich die Lücke langsam schließt. Wie ihre Leser wissen, entwickelt sich die Technik sehr schnell. Die Erweiterbarkeit scheint deshalb der einzige Weg zu sein, der es Nutzern erlaubt, ihre Anwendungen stets auf der aktuellsten und besten Hardware laufen zu lassen, ohne dafür sein Haus verpfänden zu müssen", scherzt Simon Raby von ATI.
Allerdings muss sich im Falle von Alienware noch zeigen, dass die Grafikmodule auch preislich in erträglichen Regionen liegen werden. Alienware verspricht zwar, dass die Preise für einzelne Grafikmodule nur leicht über denen liegen werden, die für vergleichbare Grafikkarten im Desktop-PC-Markt verlangt würden, allerdings fehlt die Konkurrenz und die Preise werden voraussichtlich eher auf hohem Niveau bleiben und nicht dem Preiskampf unterworfen sein. Bisher bietet Alienware seine hochpreisigen S-4m-Notebooks mit ATI-Mobility-Radeon-9600-Grafikmodul an, ein Nvidia-GeForceFX-5600-Go-Modul soll folgen und auch weitere Module wurden schon in Aussicht gestellt.
Der Redaktion stellt sich die Frage, welche Garantie der Kunde dafür hat, dass neue Grafikmodule auch in zwei bis drei Jahren oder darüber hinaus angeboten werden. David Estrada von Alienware erklärte dazu, dass man die eigene Mini-AGP-Schnittstelle unterstützen werde, solange Gehäuse und Mainboards die Hitzeentwicklung, den Strombedarf und die elektromagnetische Abstrahlung von kommenden Grafikchips verkraften.
- Anzeige Hier geht es zu NVIDIA-Grafikkarten bei Alternate Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



