IBM: Kleiner Supercomputer schafft Sprung in die Top 500
Blue-Gene/L-Prototyp füllt nur ein halbes Rack und kommt auf Platz 73. Der Prototyp von IBMs Blue Gene/L erreicht mit einer Peak-Leistung von 2 Teraflops (2 Billionen mathematische Operationen pro Sekunde) den Sprung in die Top-500-Liste der schnellsten Supercomputer, die in der kommenden Woche veröffentlicht werden soll. Das System ist kaum größer als ein 30-Zoll-Fernseher, ist aber in der Liste der schnellsten Supercomputer der Welt auf Position 73 zu finden.
Der fertige Blue Gene/L soll seine Peak-Leistung von 360 Teraflops auf der Fläche eines halben Tennisplatzes erreichen und unter anderem die Faltung des menschlichen Proteins modellieren helfen. Dabei wird die komplette Blue-Gene/L-Maschine, die gerade am Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien entsteht, etwa 64 Racks füllen und somit rund 128 Mal größer sein als ihr Prototyp.
Aller Voraussicht nach wird der neue Supercomputer von IBM nach seiner Vollendung 2005 die Spitzenposition in der Top-500-Liste übernehmen – verglichen mit den schnellsten Supercomputern von heute wird Blue Gene/L sechsmal schneller sein, nur den 15. Teil an Strom pro Rechenvorgang verbrauchen und dabei ein Zehntel an Platz beanspruchen.
Der Blue-Gene/L-Prototyp misst kaum ein Zwanzigstel der physikalischen Größe von Computern mit vergleichbarer Rechenkraft wie etwa Linux-Cluster. Andere 2-Teraflop-Supercomputer füllen heute noch ganze Räume und machen sich häufig auf mehr als einem Dutzend Racks breit.