Neues, billiges Speichermaterial entdeckt
Dabei setzten die Forscher auf bislang nicht bekannte Eigenschaften einer gewöhnlichen, leitfähigen Plastik-Polymer-Beschichtung, die mit einem kostengünstigen und einfach zu produzierenden dünnen Film aus Silizium-basierter Elektronik kombiniert wird.
Beim Beschreiben dieser Materialkombination werden wie auch bei CDs permanent physische Änderungen im Plastik vorgenommen, was nur einmal möglich ist. Das Auslesen erfolgt hingegen ähnlich wie bei herkömmlichen Speicherchips, da der Speicher direkt mit einem elektronischen Schaltkreis verbunden werden kann und keine beweglichen Teile enthält. Dabei soll sich dieses neue Speichermaterial so günstig produzieren lassen, dass die Einmalnutzung ein sinnvoller Weg sei, so Stephen Forrest, Professor an der Princeton Universität und Leiter der Forschungsgruppe.
Entwickelt wurde das Material hauptsächlich von Sven Möller, der nach seiner Promotion zunächst in Forrests Labor arbeitete, nun aber bei HP beschäftigt ist. Neben ihm waren aber auch die HP-Forscher Craig Perlov, Warren Jackson and Carl Taussig beteiligt. Möller entdeckte die neuen Eigenschaften des PEDOT genannten durchsichtigen Materials, das seit Jahren als antistatische Beschichtung auf fotografischen Filmen und seit kurzem auch als elektronischer Kontakt in Video-Displays eingesetzt wird.
Dabei soll sich eine Datenmenge von rund einer Million Bit auf einem Quadratmillimeter des etwa papierdicken Materials unterbringen lassen. In Form eines Blocks soll so in einem Volumen von einem Kubikzentimeter 1 GByte Daten Platz finden.
Um diesen neuen Speicher aber zu einem kommerziellen Produkt weiterzubringen, ist es nötig, einen entsprechenden Herstellungsprozess zu entwickeln und eine Kompatibilität mit existierender Hardware sicherzustellen. Laut Forrest könnte es aber in etwa fünf Jahren so weit sein.