Neuer Patch für 3DMark 03 vereitelt "Überoptimierung"
Für die eigene Online-Hardware-Vergleichsdatenbank, die 3DMark03-Nutzer mit ihren Ergebnissen füttern können, können laut Futuremark ab sofort nur noch der 3DMark03 Build 340 und von Futuremark abgesegnete Treiber genutzt werden. Laut Tero Sarkkinen von Futuremark soll die neue veröffentliche Version sicherstellen, dass Kunden einen objektiven 3DMark03-Vergleich für Kaufentscheidungen heranziehen können.
Mit dem Patch ergeben sich folgende Veränderungen: Point Sprites sind nun auf 256 x 256 Pixel begrenzt, auch wenn die Hardware mehr kann. Mittels Integration der Entech-Bibliothek kann der Benchmark nun auch Taktraten von Grafikchip und Speicher ermitteln. Die CPU-Leistungstests sollen bessere Erkennung für Intels Hyperthreading-fähige Prozessoren bieten.
Details bezüglich der 3DMark03-Funktionen zur Vereitelung von Benchmark-Treiberoptimierungen gibt es nicht. Laut Nvidia-Partner Gainward kann dank der Gegenmaßnahmen zumindest der mit der letzten Treiberversion "ForceWare 52.16" eingeführte Compiler zur Shader-Optimierung nicht zum Zuge kommen. Damit greift Nvidia stärker in die Grafikeffekte ein, indem vorkompilierter Shader-Code analysiert und verändert wird, so dass er für GeForceFX optimiert ausgeführt wird. Nun stellt sich natürlich einmal mehr die Frage, ob und wie Nvidia damit zu Gunsten höherer Leistungswerte negativ auf die Grafikqualität einwirkt; wenn nein, dann wäre Futuremarks Gegenmaßnahme übertrieben, zumal Nvidias Optimierung in Spielen und Anwendungen nun standardmäßig aktiv ist. Wenn ja, dann dürfte die Shader-Optimierung als "verwerflich" betrachtet werden, zumal sie vom Nutzer selbst auch nicht per einfachen Treibereinstellungen zu beeinflussen ist.
Glaubt man den Benchmark-Werten von NordicHardware(öffnet im neuen Fenster) , wirkt sich der Patch 340 nur minimal auf ATI-Hardware aus, während Nvidias GeForceFX ein deutliches Leistungsminus hinnehmen muss. Die mit den letzten Nvidia-Treiberversionen durch verschiedene Optimierungen hinzugekommene Leistung scheint damit in Bezug auf den 3DMark03 wieder verflogen zu sein. Man darf gespannt sein, ob der Streit zwischen Nvidia und Futuremark bezüglich der Glaubwürdigkeit des Benchmarks bzw. der Frage, ab wann eine spezielle Optimierung als "Cheat" anzusehen ist, wieder aufflammen und öffentlich ausgetragen wird.
Die Glaubwürdigkeit sowohl von Nvidia als auch vom 3DMark03 ist durch die Querelen zwischen den beiden Unternehmen schon einmal angekratzt worden. Wie üblich gilt, dass man sich nicht nur auf einen 3D-Benchmark verlassen sollte, wenn es um den Kauf einer Grafikkarte geht. Vielmehr sollten auch Spiele herangezogen werden; ausgerechnet hier gibt es aber auch mal mehr, mal weniger gute Treiberoptimierungen und zudem das Problem, dass die wirklich anspruchsvollen 3D-Titel wie Doom 3, Half-Life 2 und Stalker voraussichtlich erst im Jahr 2004 kommen und somit zur Leistungsermittlung noch nicht zur Verfügung stehen.
Der komplette 3DMark03 Build 340(öffnet im neuen Fenster) (beachtliche 177 MByte) sowie der entsprechende Patch für ältere Versionen(öffnet im neuen Fenster) (5,4 MByte), auch für die kostenpflichtige Profi-Version, finden sich auf Futuremark.com zum Download. Ebenfalls auf der Futuremark-Website zu finden ist eine Liste von Grafikkarten-Treibern(öffnet im neuen Fenster) , die von den Programmierern des 3D-Benchmarks überprüft wurden und gültige Ergebnisse erzielen sollen.
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