Infineon: DRAM-Preise ziehen an
Für das Geschäftsjahr 2003 reduzierte sich der Konzernfehlbetrag von 1,02 Milliarden Euro im Vorjahr auf 435 Millionen Euro, das EBIT lag bei minus 299 Millionen Euro und verbesserte sich damit im Vergleich zum Vorjahreswert von minus 1,14 Milliarden Euro. Der Umsatz im vierten Quartal stieg gegenüber dem dritten Quartal in allen Geschäftsbereichen, insbesondere bei Speicherprodukten und sicheren mobilen Lösungen.
Die beträchtliche Steigerung des EBIT im ersten und vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres konnte die höheren EBIT-Verluste im zweiten und dritten Quartal aber nicht ausgleichen. Diese seien vor allem durch den starken Preisrückgang bei DRAM-Produkten, den Preisdruck in den meisten anderen Segmenten und die anhaltende Stärke des Euro gegenüber dem US-Dollar verursacht worden, so Infineon. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2003 stieg der Umsatz sowohl bei den Logik- als auch bei den Speicherprodukten. Bis auf den Geschäftsbereich "Drahtgebundene Kommunikation" meldeten alle Geschäftsbereiche ein positives EBIT. Diese Entwicklung sei vor allem auf Produktivitätssteigerungen, deutliche Erhöhung der Stückzahlen sowie höhere DRAM-Preise zurückzuführen.
Das Unternehmen verzeichnete im Geschäftsbereich Speicherprodukte eine stärkere Nachfrage und gesunkene Herstellungskosten sowie, ab der zweiten Jahreshälfte 2003, auch steigende Chip-Preise für Speicherprodukte. Dadurch konnte der Umsatz um 34 Prozent gegenüber dem vorausgegangenen Geschäftsjahr gesteigert werden. Zurückzuführen ist dieser positive Trend auf ein höheres Produktionsvolumen auf Grund von Produktivitätssteigerungen, einer höheren Kapazität und einer gestiegenen Bit-Nachfrage.
Zum 30. September 2003 beschäftigte Infineon weltweit etwa 32.300 Mitarbeiter, davon 34 Prozent in Nordamerika und Asien, einschließlich Japan. Zum Ende des Geschäftsjahres 2003 waren rund 5.900 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung tätig.
In den USA sieht sich Infineon allerdings mit einem Verfahren konfrontiert, das im Juni 2002 durch das US-Justizministerium wegen möglicher Verletzungen von US-Wettbewerbsgesetzen in der DRAM-Industrie begonnen wurde. Infineons nordamerikanische Tochtergesellschaft, die eine DOJ-Vorladung erhalten hat, hat im Rahmen der Untersuchung Auskunft gegeben. Nach dem Beginn der Untersuchung durch das DOJ sind insgesamt 24 Sammelklagen gegen Infineon und andere DRAM-Hersteller bei verschiedenen US-Bundesgerichten und Gerichten von US-Bundesstaaten erhoben worden. Die Klagen behaupten Verletzungen von bundes- oder einzelstaatlichen Kartell- und Wettbewerbsrecht und streben erheblichen Schadensersatz an.
Außerdem beantwortet Infineon ein Auskunftsersuchen der Europäischen Kommission vom April 2003 in Bezug auf den europäischen Markt für Speicherprodukte. Infineon kann derzeit die finanziellen sowie anderweitigen Auswirkungen dieser Untersuchungen und Sammelklagen auf das Unternehmen nicht vorhersagen. Sollte Infineon in einem oder mehreren dieser Verfahren unterliegen, rechnet das Unternehmen mit erheblichen finanziellen Einbußen und anderen nachteiligen Folgen für das Unternehmen, was erheblich negative Auswirkungen auf das Geschäft und die Ertrags- und Finanzlage des Unternehmens haben würde. In Verbindung mit diesen Verfahren hat Infineon im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2003 nach den Vorgaben der US-GAAP Rückstellungen in Höhe von 28 Millionen Euro gebildet.



