Telekom-Wettbewerber gewinnen Marktanteile im Ortsnetz
Der Anteil der Wettbewerber am Gesamtumsatz konnte demnach nur noch leicht zulegen. Bei der Entwicklung des Gesprächsvolumens im Festnetz ist eine Verlagerung der Internet-Verbindungsminuten zu DSL-Datenvolumen zu verzeichnen. Hieraus erklärt sich, dass der Anteil der Telekom an Verbindungsminuten in relativen wie in absoluten Zahlen entsprechend sinkt. Im Ortsnetz konnten die Wettbewerber ihren Anteil bei den Gesprächsminuten deutlich steigern und das Monopol der Telekom im Ortsnetz, die weiterhin über 80 Prozent der lokalen Minuten auf sich vereint, erstmals stärker angreifen.
Peter Wagner, Präsident des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM): "Dies zeigt, dass die Bedeutung von Call-by-Call und Preselection für den Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt weiterhin ungebrochen ist. Nach wie vor machen diese Dienste den höchsten Anteil an der Nutzung der Angebote der Wettbewerber aus und verzeichnen weiter wachsende Kundenzahlen."
Gleichzeitig sind die Kundenzahlen bei Komplettanschlüssen stark angestiegen, da viele City-Carrier neben den klassischen TAL-basierten Anschlüssen zunehmend auch große Objekte wie Altenheime, Studentenwohnheime, große Liegenschaften von Wohnungsbaugesellschaften sowie komplette Neubaugebiete mit eigenen Leitungen erschlossen haben.
Deutlich fällt die weiterhin bestehende Vormachtstellung der Deutschen Telekom bei den DSL-Anschlüssen auf. Zwar konnten die Wettbewerber hier leichte Zugewinne verzeichnen, der Marktanteil der Deutschen Telekom liegt aber weiterhin deutlich über 90 Prozent. "Die gravierenden Versäumnisse der Regulierungspolitik sowie die Dumpingpreisstrategie der Deutschen Telekom im Bereich DSL zeigen im deutschen Telekommunikationsmarkt uneingeschränkt Wirkung. Bis heute hat die Telekom in diesem innovativen Zukunftssegment kaum an Marktdominanz eingebüßt" , so Peter Wagner.
Die vorliegende fünfte VATM-Marktanalyse, die von der Duisburger Unternehmensberatung Dialog Consult durchgeführt wurde, basiert auf einer Befragung unter den Mitgliedern des Verbandes. Die Zahlen aus der im September mit Stichtag Ende Juli 2003 erhobenen Umfrage sind auf die gesamte Branche hochgerechnet worden (inkl. bereinigter Zahlen des Vorjahres).



