Neuer Video-Codec VP6 soll DivX und WMV Konkurrenz machen
On2 verspricht im Vergleich zum Vorgänger VP5 eine um 50 Prozent schnellere Wiedergabe sowie eine um 40 Prozent verbesserte Bildqualität. Auch im Vergleich zu Windows Media 9, Real 9, H.264/AVC und QuickTime MPEG-4 soll VP6 eine bessere Bildqualität bieten, wobei On2 zumindest angibt, dass der maximale Rauschabstand bei Datenraten von 28.8 KBit/s (Modem) bis hin zu 6-8 MBit/s (DVD, HD) durchgängig besser sein soll als bei der Konkurrenz. Für den nicht genannten Konkurrenten DivX hat Eric Ameres, Cheftechniker und Vizepräsident von On2, nur folgende Worte übrig: "Warum soll sich irgendjemand mit Ad-Ware [werbefinanzierte Software, Anmk. d. Redaktion] eines unterlegenen Produktes beschäftigen oder dafür zahlen wollen?"
Neben Single- und Multi-Pass-Encoding und konstanten oder variablen (VBR) Bitraten unterstützt auch On2 mit VP6 erstmals Kodierungsprofile für drei verschiedene Hardware-Voraussetzungen. Das "Simple Profile" ist für die ruckelfreie Wiedergabe von High-Definition-(HD-)Videos auf günstigen Prozessoren gedacht, das "General Profile" ist für PAL/NTSC-Videoauflösungen auf Set-Top-Boxen gedacht und "Advanced Profile" soll die beste Videoqualität bei Datenraten von 28.8 bis 200 KBit/s erzielen. Lediglich das General Profile ist nicht im kostenlosen VP6-Codec enthalten.
Mittels des Simple Profiles soll die Wiedergabe in HD-Auflösungen auf PCs und auf Set-Top-Boxen mit Equators 405-MHz-BSP möglich sein. Letzterer schafft 1.280 x 720 Bildpunkte progressiv (720p) mit 2 MBit/s bei 24 Bildern/s, während dafür im PC mindestens ein 1,5-GHz-Pentium-4-Prozessor nötig ist. Bei voller HDTV-Auflösung mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten (1080p) progressiv bei 3,5 MBit/s und ebenfalls 24 Bildern/s ist mindestens ein PC mit 2,5-GHz-Pentium-4-Prozessor vonnöten, entsprechende Set-Top-Box-Prozessoren sind noch nicht verfügbar. Dennoch soll das VP6-Dekodieren auch bei höchster Auflösung deutlich weniger Leistung erfordern als bei H.264-Profilen, etwa gleichviel von der Hardware abverlangen wie MPEG-4 ohne B-Frame-Prediction und nur etwa 1,5-mal komplexer sein als bei MPEG-2.
Die besten Ergebnisse bei der Kompression soll VP6 "offline", also nicht in Echtzeit erzielen. Dennoch ist eine Echtzeit-Aufzeichnung auf sehr schnellen Prozessoren möglich, Taktraten nennt On2 hierbei nicht. Auf Grund der hohen Anforderungen hat On2 noch einen "Fast Compress Mode" ersonnen, der ab einem 1-GHz-Pentium-4-Prozessor bereits bei geringem Qualitätsverlust Aufzeichnungen erlauben soll. Die Bitrate gab On2 dabei in seinem White-Paper(öffnet im neuen Fenster) nicht an.
"VP6 for Video for Windows" (VP6 VfW) steht auf On2.com(öffnet im neuen Fenster) zum kostenlosen Download(öffnet im neuen Fenster) zur privaten Nutzung zur Verfügung. Linux- und Mac-Versionen gibt es noch nicht, sie wurden auch noch nicht angekündigt. Organisationen oder Entwickler, die den On2-Codec für kommerzielle Nutzung verwenden möchten, müssen eine kommerzielle Lizenzvereinbarung mit On2 treffen.
On2 bietet auf seiner Website neben kleinen VP6-Beispielvideos(öffnet im neuen Fenster) zum Qualitätsvergleich auch einen vollen Film(öffnet im neuen Fenster) ("To Kill a Lawyer") als 700-kbps-VP6-Stream an. Für VP-Streams ist zusätzlich der " TrueCast Player(öffnet im neuen Fenster) " für Windows notwendig.