Vergleichstest: GeForceFX 5700 Ultra gegen Radeon 9600 XT
Sowohl Radeon 9600 XT als auch GeForceFX 5700 Ultra verfügen wie ihre Vorgänger 9600 Pro bzw. 5600 Ultra nur über eine 128-Bit-Speicherschnittstelle, erreichen also nicht die Speicherbandbreite der High-End-Chips (256 Bit). Zudem werden jeweils vier anstelle von acht Pixel-Pipelines genutzt. Während ATI zwei Vertex-Shader-Einheiten in den Radeon 9600 XT integriert hat, ist es beim GeForceFX 5700 Ultra eine Shader-Einheit. Beide unterstützen jeweils DirectX-9-Effekte, Nvidia beschleunigt darüber hinaus die Darstellung von Schattenvolumen (Shadow Volumes), die zumindest in Doom 3 stark genutzt werden sollen.
Die Golem.de-Redaktion hat die Referenz-Grafikkarten von ATI und Nvidia mit jeweils 128 MByte Speicher in Verbindung mit den aktuellsten Treibern (ATI Catalyst 3.8 bzw. Nvidia ForceWare 52.16) auf einem Redaktionstestrechner mit AthlonXP 2600+, Nforce-2-Mainboard, 512 MByte DDR400 SDRAM und Windows XP getestet. Verglichen wurden sowohl die neuen Mittelklasse-Topmodelle als auch ihre Vorgänger:
In der auf DirectX-8-Effekte setzenden X2-Rolling-Demo (1.024 x 768 Bildpunkte, alle Details/Effekte aktiviert) liegen die Kontrahenten dicht nebeneinander: Die GeForceFX 5700 Ultra schafft es auf fast 33 Bilder/s, die Radeon 9600 XT liegt mit 32 Bildern/s im Grunde gleichauf. Die Radeon 9600 Pro folgt mit knapp 30 Bildern/s, die GeForceFX 5600 Ultra mit 29 Bildern/s. Bei aktivierter Kantenglättungsfunktion kommt die Radeon 9600 XT auf knapp 29 Bilder/s, die GeForceFX 5700 Ultra auf rund 28 Bilder/s, während die Radeon 9600 Pro mit fast 28 Bildern/s fast gleichauf liegt und die 26 Bilder/s der GeForceFX 5600 Ultra auch fast gleichauf liegen. Große Leistungsunterschiede lassen sich in der X2-Rolling-Demo also nicht ausmachen.
Beim ebenfalls auf DirectX 8 setzenden 3D-Shooter Unreal Tournament 2003 bzw. in der Antalus-Demo ist die GeForceFX-5700-Ultra-Grafikkarte durchgängig etwas schneller als die Radeon 9600 XT: Schafft es die GeForceFX 5700 Ultra bei 1.024 x 768 Bildpunkten auf fast 97 Bilder/s, liegt die Radeon 9600 XT mit etwas über 92 Bildern/s in der Nähe, liegt damit aber noch etwas unter der GeForceFX 5600 Ultra (93 Bilder/s) und knapp über der Radeon 9600 Pro (91 Bilder/s). Unter 1.280 x 1.024 und 1.600 x 1.200 Bildpunkten kommt die GeForceFX 5700 Ultra auf 81 Bilder/s, die GeForceFX 5600 Ultra auf 76 Bilder/s, die Radeon 9600 XT auf 71 Bilder/s und die Radeon 9600 Pro auf 66 Bilder/s. Mittels per im Treiber aktiviertem 4-Sample-Anti-Aliasing und achtfacher anisotrophischer Filterung ergibt sich eine ähnliche Verteilung: Bei 1.024 x 768 Bildpunkten liegen GeForceFX 5700 Ultra mit 64 Bildern/s und GeForceFX 5600 Ultra mit 61 Bildern/s vor Radeon 9600 XT (56 Bilder/s) und Radeon 9600 Pro (50 Bilder/s). Bei 1.280 x 1.024 und 1.600 x 1.200 Bildern/s siegt die GeForceFX 5700 Ultra (42 Bilder/s) erneut über die Radeon 9600 XT (37 Bilder/s), die gleichauf mit der GeForceFX 5600 Ultra (ebenfalls 37 Bilder/s) und über der Radeon 9600 Pro (33 Bilder/s) liegt. Bei den High-End-Grafikkarten ist das Bild etwas anders.
Im Gun Metal Benchmark 2 (1.024 x 786 Bildpunkte mit 4x Anti-Aliasing, alle Details/Effekte aktiviert), der auf dem DirectX-9-Spiel Gun Metal basiert, unterliegen GeForceFX 5700 Ultra und 5600 Ultra mit 16 bzw. 14 Bildern/s hingegen wieder der Radeon-Konkurrenz. Die Radeon 9600 XT schafft es auf 20 Bilder/s und die Radeon 9600 Pro auf 18 Bilder/s. Hier können die Radeon-Karten dank ihrer ausgewogeneren Shader-Leistung punkten, selbst die High-End-Karten Radeon 9800 XT und GeForceFX 5950 Ultra schaffen es dank der maximalen Qualitätseinstellungen nur auf 25 bzw. 22 Bilder/s.
Im AquaMark 3, einem auf dem von Spiel Aquanox 2 basierenden DirectX-9-Benchmark mit aufwendiger Unterwassergrafik, ergibt sich im Standard-Test (1.024 x 768 Bildpunkte, vierfach anisotrophische Filterung, keine Kantenglättung) hingegen wieder ein kleiner Vorsprung für die GeForceFX 5700 Ultra, die mit 24.381 Punkten vor der Radeon 9600 XT mit 22.596 Punkten liegt. Auf Platz drei folgt die Radeon 9600 Pro mit 21.289 Punkten und danach schließlich die GeForceFX 5600 Ultra mit 20.476 Punkten. Bei vielen Details und Effekten gehen die vier Karten zum Teil deutlich in die Knie, so dass die Bildraten in einigen Benchmark-Szenen gegen zehn Bilder oder gar darunter tendierten.
Beim synthetischen 3D-Benchmark 3DMark 2003, der sowohl auf DirectX 8 als auch DirectX 9 setzt und Grafikkarten ordentlich ins Schwitzen bringt, nicht als einziges Mittel zur Kaufentscheidungsfindung dienen sollte, hat die Radeon-9600-XT-Grafikkarte wieder die Nase vorn. Zumindest bei 1.024 x 768 Bildpunkten mit vierfacher anisotrophischer Filterung schafft die Radeon-9600-XT-Grafikkarte es auf 2.847 3DMark, während die GeForceFX 5700 Ultra mit 2.713 3DMark dichter an der Radeon 9600 Pro (2.624 3DMark) liegt. Etwas weiter abgeschlagen ist die GeForceFX 5600 Ultra, die es nur auf 2.345 3DMark schafft. Mit aktiviertem 4-Sample-Anti-Aliasing und achtfacher anisotrophischer Textur-Filterung liegt interessanterweise wieder die GeForceFX 5700 Ultra mit 1.688 3DMark vorne, der Abstand zu den 1.599 Punkten der Radeon 9600 XT ist jedoch so gering, dass beide hier die gleiche Leistung bieten. Gleichauf liegen Radeon 9600 Pro und GeForceFX 5600 Ultra mit 1.481 bzw. 1.480 3DMark.
Zudem zeigt Nvidia durch das Drängen auf spezielle Shader-Optimierungen für die GeForceFX-Architektur auch, dass diese mehr Aufwand erfordert, um hohe Leistung erzielen zu können. Dennoch: Die Benchmarkwerte der beiden Kontrahenten machen eine Wahl schwer, Nvidias GeForceFX 5700 Ultra kann ebenso wie die Radeon 9600 XT durchaus überzeugen. Spannend wird es, wie sich die automatische Übertaktung für die Radeon-9600-XT-Karten auswirken wird, was ATI für den Catalyst-3.9-Treiber angekündigt hat - bisher gibt es diese Funktion nur für Radeon 9800 XT.
Fazit:
Einen wirklichen Sieger gibt es nicht, sowohl Radeon 9600 XT als auch GeForceFX 5700 Ultra können überzeugen, wobei etwa der gleiche Preisbereich von 200,- bis 230,- Euro angepeilt ist und erste Karten in Kürze auf den Markt kommen sollen. Was im Endeffekt die bessere Top-Mittelklasse-Karte für lang erwartete 3D-Spiele wie Doom 3, Half-Life 2 oder Stalker ist, wird sich erst später zeigen. Für die aktuellen Titel scheint man weder mit Radeon 9600 XT noch mit GeForceFX 5700 Ultra etwas falsch machen zu können.



