Nicht nur Behinderte wollen barrierefreies Internet
"Leider wird barrierefreies Informationsdesign in den Medien oft verkürzt als 'behindertenfreundlich' oder gar 'blindengerecht' dargestellt" , beklagte Dr. Andreas K. Bittner, der Verfasser der Studie "Barrierefreies Internet – Chancen eines standardkonformen Informationsdesigns", die im Hightext-Verlag erscheint.
"Selbstverständlich sollten Menschen mit Behinderungen an unserer modernen Informationsgesellschaft gleichberechtigt teilhaben, doch stoßen auch immer mehr ältere Internetnutzer auf unnötige Barrieren im Netz" , ergänzte Bittner. Europäische Studien zeigen, dass bis zu 20 Prozent aller Surfer das Internet nicht optimal nutzen können. Neben gedankenloser Gestaltung – etwa bei Navigation oder nicht skalierbaren Schriftgrößen – verhindern auch unzureichend berücksichtigte technische Gegebenheiten (unterschiedliche Browser und Betriebssysteme, fehlende Plug-Ins, geringe Bandbreiten oder verschiedene Bildschirmformate), dass eine größere Zahl von Nutzern erreicht wird. Welches Unternehmen kann es sich leisten, diese Potenzial an Umsatz und Aufmerksamkeit auf Dauer "auszusperren"?
Eine Untersuchung der Universität Graz stellt fest, dass sich zwar 90 Prozent der Befragten als überdurchschnittlich erfahrene Internetnutzer bezeichneten. Zugleich waren nur 25 Prozent über die Umsetzung von Barrierefreiheit im Bilde und überschätzten den technischen und finanziellen Aufwand.
Mit der Studie soll ein umfassender Überblick zu den rechtlichen, (behinderten-)politischen und informationstechnischen Aspekten der Barrierefreiheit geliefert werden. Dabei wird auch auf die neuen internationalen Zugänglichkeitsstandards, die wahrscheinlich ab Mitte 2004 in Kraft treten, eingegangen.
Die Studie "Barrierefreies Internet – Chancen eines standardkonformen Informationsdesigns" von Andreas K. Bittner, hat einen Umfang von 86 Seiten und weist eine kommentierte Übersicht aller gesetzlichen Anforderungen auf. Sie erscheint im Hightext-Verlag, München, zum Preis von 313,20 Euro.



