IT-Ungemach beim Arbeitsamt wegen Hartz-Reformen?
Damit wird die Gerster-Behörde nach Angaben der Computerwoche zum Spielball der Politik: Obwohl die Inhalte von Hartz IV sich durch das noch nicht abgeschlossene Gesetzgebungsverfahren noch ändern dürften, wurde bereits im August 2003 das IT-Projekt ALG II zur Umsetzung des Gesetzes angeschoben. Die Konsequenz: Bundesanstalt und Bieter müssen ein IT-Mammutprojekt ins Blaue planen und riskieren damit ein Scheitern im Stil der Autobahnmaut, so zumindest die Einschätzung der Computerwoche.
Die Bundesanstalt für Arbeit wolle nun versuchen, das finanzielle und zeitliche Risiko so weit wie möglich auf die Auftragnehmer abzuwälzen. Zu den Bewerbern sollen nach der Computerwoche vorliegenden Informationen T-Systems, IBM Global Services, EDS, Siemens Business Services, CSC Ploenzke, Accenture und Cap Gemini Ernst und Young zählen.
Die Projektverantwortlichen der Behörde wollen die Angebote prüfen und mit den Bietern verhandeln, bestätigte BA-Justiziar Wolfgang Nörenberg gebenüber der Computerwoche. Die Entscheidung soll bis Mitte November 2003 fallen.
Der ehrgeizige Zeitplan sehe ein technisches Feinkonzept bis Dezember 2003, die Realisierung der Anwendung im ersten Release-Stand bis April und Test und Abnahme bis Mai 2004 vor. Der Rollout soll in den Sozialämtern Ende Mai und in den Arbeitsämtern bis Mitte Juni 2004 über die Bühne gehen. Die fristgerechte Abwicklung bleibt fraglich: Schon allein die Verhandlungen mit den möglichen Bietern dürften, hieß es aus gut informierten Kreisen gegenüber der Computerwoche, bis Ende des Jahres dauern.