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GeForceFX 5700 - Nvidia bohrt Mittelklasse-Grafik-Chips auf

NV35-Features für den mittleren Preisbereich – gefertigt von IBM. Nvidia ersetzt nicht nur den High-End-Grafikchip GeForceFX 5900 (Codename NV35) durch den minimal schnelleren GeForceFX 5950 Ultra (NV38), sondern auch – und das ist das Wichtigere – die Mittelklasse-Grafikkartenserie GeForceFX 5600 (NV31) durch die GeForceFX 5700 (NV36). Hier wurde nicht nur einfach der Takt erhöht, sondern der verbesserte Shader und die Schattenberechnung des NV35 integriert.
/ Christian Klaß
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Das bedeutet, dass neben den bei Mittelklasse-Chips gewohnten vier Pixel-Pipelines die als CineFX-2.0 bezeichnete NV35-Pixel-Shader-2.0-Engine verwendet wird, die eine höhere Leistung (vier anstelle von zwei FP-Shader-Operationen/Durchgang) bietet als das CineFX 1.0 der ersten GeForceFX-Generation (5200, 5600, 5800). Weiterhin werden dank der mit der 5900er-Serie eingeführten "UltraShadow"-Technik (Shadow Volume Acceleration) bei der Darstellung von Schatten mittels Berücksichtigung der Z-Buffer-Informationen unnötige Berechnungen vermieden – allerdings ist das eher eine Funktion, von der die Grafikkarten erst wirklich profitieren, wenn Spiele wie Doom3 erscheinen, die von Shadow Volumes auch starken Gebrauch machen. Nvidia verspricht, dass zumindest die Vertex-Rechenleistung der 5700 Ultra bis zum Dreifachen über der 5600 liegt. Wichtiger ist aber, wie die Leistung im Vergleich zur Radeon 9600 XT aussieht – ersten Tests zufolge kann sich Nvidia auch in diesem Leistungsbereich mit der GeForceFX-5700-Ultra wieder nicht an die Spitze setzen.

Wie die anderen GeForceFX-Grafikkarten – mit Ausnahme der in 150 Nanometern gefertigten GeForceFX-5200-Serie – wird auch die GeForceFX-5700-Serie in 130 Nanometern produziert. Neu ist allerdings, dass Nvidia die Chips nun von IBM anstatt von TSMC fertigen lässt. TSMC und Nvidia hatten beim Wechsel auf 130-nm-Fertigungstechnik Probleme, die in einer um Monate verzögerten GeForceFX-Einführung (Frühjahr 2003) resultierte. ATI hingegen setzt bei den Serien Radeon 9700 (Sommer/Herbst 2002) und Radeon 9800 (Frühjahr 2003) noch auf 150 nm und wechselte erst mit der Radeon-9600-Serie (Mitte 2003) auf 130 nm.

Die GeForceFX-5700-Grafik-Chip-Serie erlaubt die Verwendung von DDR1-, DDR2- und GDDR3-Speicher, wird jedoch auf Grafikkarten nur in Verbindung mit DDR2-Speicher zu finden sein. Dieser wird – wie beim Vorgänger GeForceFX 5600 (Ultra) und deren Konkurrentin Radeon 9600 (Pro) – über eine 128-Bit-Speicherschnittstelle angesprochen. Genaue Daten nannte Nvidia bisher nur für den mit 475 MHz getakteten GeForceFX 5700 Ultra, dem nach dem Willen von Nvidia auf Grafikkarten mit 450 MHz getaktete 256 MByte DDR2-Speicher zur Verfügung stehen, womit eine Bandbreite von 14,4 GByte/s erreicht werden soll. Auch die Grafikkarten der GeForceFX-5700-Serie sind für die AGP-8X-Schnittstelle vorgesehen, der Sprung auf PCI Express folgt 2004 mit den NV4x-Grafikchips.

Mit der Einführung der GeForceFX 5700, 5700 Ultra und 5950 Ultra werden auch die GeForceFX-5200-(Ultra-)Karten günstiger und der GeForce4 MX fliegt auf absehbare Zeit aus dem Programm. Nvidias Produktportfolio inkl. empfohlenen Verkaufspreisen sieht nun wie folgt aus:

500,- US-Dollar: GeForceFX 5950 Ultra (ersetzt 5900 Ultra)
300,- US-Dollar: GeForceFX 5900
200,- US-Dollar: GeForceFX 5700 Ultra (ersetzt 5600 Ultra)
150,- US-Dollar: GeForceFX 5700 (anstatt 5600 Ultra)
100,- US-Dollar: GeForceFX 5200 Ultra (anstatt 5200)
80,- US-Dollar: GeForceFX 5200 (anstatt GeForce4 MX)

Wie es Nvidia beim GeForceFX 5950 Ultra verspricht, sollen auch GeForceFX-5700-(Ultra-)Grafikkarten ab 26. Oktober 2003 im US-Handel und etwas später im europäischen Handel erhältlich sein. Nvidias Partner dürften in Kürze mit entsprechenden Produktankündigungen loslegen.


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