Kabelnetzbetreiber kritisieren subventionierten DVB-T-Ausbau
Stattdessen sollten künftig faire Rahmenbedingungen für den Wettbewerb der Medienträger geschaffen werden. So werde in Deutschland der Ausbau terrestrischer Sendenetze (DVB-T) durch Fernsehgebühren subventioniert, während die Kabelbetreiber ihre Investitionen in den Ausbau ihrer Netz- und Angebotsstrukturen ohne öffentliche Gelder selbst finanzieren müssten. Der Deutsche Kabelverband fordert deshalb einen Verzicht auf diese wettbewerbsverzerrende Subventionspolitik.
"Das Kabelnetz ist das Rückgrat der Medieninfrastruktur in Deutschland, während die Terrestrik nur noch von ca. sieben Prozent der Zuschauer genutzt wird" , wettert Rüttger Keienburg, Präsident des Deutschen Kabelverbands. "Die bisherige Subventionspolitik zu Gunsten der Terrestrik widerspricht jeder politischen und wirtschaftlichen Vernunft. So kostet die Verbreitung eines TV-Programms via Antenne rund hundertmal mehr als im Kabel. Diese Politik ist nicht zeitgemäß und bestraft die Investitionsbereitschaft internationaler Kabelinvestoren, die für mehr Wachstum und zusätzliche Arbeitsplätze sorgen wollen."
Der Deutsche Kabelverband erinnerte daran, dass die digitale Terrestrik nur rund 24, vorwiegend öffentlich-rechtliche Programmangebote transportieren kann, während das digitale Kabel ein Sortiment von bis zu 500 Programmen und Diensten ermöglicht. Als technisch begrenzte Ressource sei DVB-T kein geeignetes Trägermedium für digitale Innovationen. Vielmehr würde damit die Entwicklung innovativer Angebote verhindert. Zudem werde DVB-T – entgegen ursprünglichen Plänen – bundesweit nicht flächendeckend zu empfangen sein: Das digitale terrestrische Signal wird nur die Haushalte in Ballungsräumen und nicht in ländlichen Gebieten erreichen.