Spieletest: Yager - Action aus Berlin jetzt auch für PC
Umsetzung des Xbox-Spiels. Bereits im Frühjahr 2003 erschien der Action-Titel "Yager" vom gleichnamigen Berliner Entwicklerteam für die Xbox und sorgte dank spektakulärer Optik für Aufsehen, brachte auf Grund des hohen Schwierigkeitsgrades aber auch zahlreiche Spieler zur Verzweiflung. Seit kurzem ist nun die PC-Version des Titels erhältlich.
Inhaltlich hat sich nichts geändert: Man schlüpft in die Rolle des Kampfpiloten Magnus Tide, der Ende des 21. Jahrhunderts von der mächtigen Proteus Corporation angeheuert wird. Für die soll er herausfinden, wer für eine Reihe mysteriöser Störfälle in der vergangenen Zeit verantwortlich ist. Vor allem die verfeindete DST, ebenfalls einer der die Welt regierenden Wirtschaftskonzerne, verhält sich seltsam, aber auch eine Reihe von Weltraumschmugglern scheint nichts Gutes im Schilde zu führen.
Bevor man mit Magnus Tide die erste der über 20 Missionen antritt, erlernt man zunächst die Bedienung des eigenen Kampfschiffes Sagittarius und sieht sich dabei noch größeren Problemen ausgesetzt als damals auf der Xbox. Prinzipiell kann man zwischen zwei verschiedenen Flug-Modi wählen: Während im Jet-Modus konstant vorwärts geflogen wird und dabei nur die Geschwindigkeit ein wenig runtergeregelt werden kann, schwebt man im Hovercraft-Modus praktisch auf der Stelle und kann hierbei sogar "strafen", um gegnerischen Angriffen auszuweichen. Abhängig von der jeweiligen Spielsituation wechselt man beständig zwischen diesen beiden Optionen.
Während man dafür schon auf der Xbox einige Einarbeitungszeit brauchte, gestaltet sich die Bedienung mit Tastatur und Maus oder wahlweise auch mit Joystick nochmals um einiges schwieriger: Entweder, die Maus reagiert viel zu hektisch und man hat Probleme, das eigene Schiff richtig auszurichten, oder aber man reguliert die Empfindlichkeit nach unten, muss dann aber mit der Trägheit des Raumgleiters kämpfen. Erst nach viel Rumprobieren und Nachjustieren hat man die passenden Einstellungen gefunden und kann sich voll und ganz auf die Missionen konzentrieren.
Diese sind größtenteils äußerst lang und warten mit mehreren Unteraufgaben auf. Dabei sind nicht nur diverse Luftgefechte zu überstehen, es müssen auch oft Stellungen markiert und Minen beseitigt werden, es gibt Luftrennen, Eskorteinsätze und Erkundungsflüge auf eigene Faust. Stellenweise darf man auch mal am Boden stationierte Flak-Geschütze bedienen, für Abwechslung ist also gesorgt. Der permanent bestehende Funkkontakt treibt die recht spannend inszenierte und intelligente Story auch innerhalb der Missionen voran, die schönen Zwischensequenzen lassen die Geschichte mit all ihren Intrigen und natürlich auch einer großen Portion Liebesschmerz und Humor beständig spannend bleiben.
An der Motivation zehrt allerdings weiterhin der im Vergleich zur Xbox-Fassung praktisch kaum veränderte Schwierigkeitsgrad: Dank der wirklich beeindruckenden Länge der einzelnen Missionen verliert man im Kampfgetümmel schon mal den Überblick, das eigene Leben ist zudem recht schnell ausgehaucht. Gespeichert wird allerdings nur zwischen den Missionen – im schlimmsten Fall darf man eine Passage von 30 Minuten Spieldauer komplett wiederholen.
Die schicke Präsentation vermag allerdings für einiges zu entschädigen: Dank deutlich höherer Auflösungen sehen die abwechslungsreichen und sehr detailreichen Grafiken nochmals um einiges besser aus als auf der Konsole, auch zahlreiche Effekte begeistern. Allerdings ist die Fernsicht stellenweise leider arg eingeschränkt.
THQ hat sich auf Grund des großen Programmumfangs dafür entschieden, Yager für PC auf DVD auszuliefern – ohne DVD-Laufwerk kann das Spiel somit nicht gestartet werden.
Fazit: Sorgte Yager schon auf der Xbox auf Grund der fulminanten Präsentation für staunende Blicke, sieht der Titel auf dem PC nochmals deutlich besser aus – und sorgt dank spannender Story und gelungener Synchronisation für eine begeisternde Atmosphäre. Leider nutzte man die letzten Monate nicht dazu, den Schwierigkeitsgrad etwas nach unten zu regeln, die hakelige Steuerung nervt ebenfalls – wer sich selbst nicht als Action-Profi mit Durchhaltevermögen bezeichnet, hat unter Umständen nur begrenzt Spaß an dem ansonsten überzeugenden Titel.